„Bildung hilft gegen Populismus“

Seit zehn Jahren gibt es die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH). Ein Festakt in Berlin zeigt, wie wichtig die Initiative ist.

Außenminister Heiko Maas beim PASCH-Festakt in Berlin
Außenminister Heiko Maas beim PASCH-Festakt in Berlin dpa

Was ist das beste Rezept gegen Fake News? „Fakten“, sagte Außenminister Heiko Maas  vor Hunderten Gästen aus aller Welt bei der Eröffnung des Weltkongresses der Deutschen Auslandsschulen in Berlin. „Gegen Populismus hilft Bildung! Gegen Angst hilft das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten! Und gegen Nationalismus und Abschottung hilft es, Sprachen zu lernen, zu reisen, die Augen zu öffnen für andere Kulturen und so unsere gemeinsame Humanität zu entdecken.“

Das ist auch das Ziel der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik – und damit der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH), die Maas‘ Vorgänger Frank-Walter Steinmeier 2008 ins Leben gerufen hat.

Bis 9. Juni 2018 tagt der Weltkongress der Auslandsschulen zum zehnjährigen Bestehen des PASCH-Netzwerks in Berlin. Das Ziel: Das Netzwerk zu stärken und es in Deutschland sichtbarer werden zu lassen. Vertreter der Auslandsschulen – von Schulvorständen bis zu Alumni – treffen auf Fachberater der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, Repräsentanten der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, der Kultusministerien und der Wirtschaft. Am Freitag wird eine neue Studie über die Wirkung der Auslandsschulen vorgestellt.

Besuch in Argentinien

Maas, der vor einigen Wochen an einer PASCH-Schule in Argentinien zu Gast war, zitierte in Berlin aus einem Brief, den Albert Einstein 1938 dem Gründer einer Schule geschrieben hatte, die zu einem Zufluchtsort für viele jüdische Flüchtlingskinder in Buenos Aires wurde. Kinder vor der „systematischen politischen Seelenvergiftung“ zu bewahren, sei wichtiger denn je. Maas betonte, dass die heutige Situation nicht mit der von 1938 zu vergleichen sei.   Dennoch gewännen autoritäre Regierungsformen und Ideologien weltweit an Unterstützung. Gerade deshalb seien die PASCH-Schüler so wichtig „als Botschafterinnen und Botschafter – für euer Heimatland, aber durch euren Werdegang eben auch für Deutschland“.

Ausbau des PASCH-Netzwerks

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt sicherte beim Festakt zu, den im Koalitionsvertrag verankerten Willen zum Ausbau des Netzwerks der Deutschen Auslandsschulen sowie der PASCH-Schulen umsetzen helfen zu wollen: „Fremde Kulturen kennenzulernen und Interesse an unserer Kultur zu wecken ist für alle eine Win-Win-Situation.“ Was sich auf den Podien, an denen mehrere ehemalige PASCH-Schüler teilnahmen, bereits zeigte: Eine Reihe Alumni starten nach ihrer Schulzeit in Deutschland erfolgreiche Berufslaufbahnen. In kurzen Videofilmen zeigten PASCH-Schüler, was ihnen die deutsche Sprache  bereits genützt hat.

Weltweit lernen mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler an 2.000 PASCH-Schulen in 120 Ländern. Die Schulen zeichnen sich durch eine besondere Bindung zu Deutschland aus; der Deutschunterricht hat einen hohen Stellenwert. Das Auswärtige Amt koordiniert das Netzwerk; weitere Partner sind die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, der Pädagogische Austauschdienst, die Kultusministerkonferenz, der Deutsche Akademische Austauschdienst und das Goethe-Institut.