5 gute Beispiele für Hochschulkooperationen

Deutschland engagiert sich seit vielen Jahren stark für Bildungsprojekte in Ostafrika. Eine besondere Rolle spielen dabei Hochschulkooperationen.

TGCL - Education

Fachhochschule mit Leuchtturmcharakter

Viel Praxis und einen guten Einblick ins Berufsleben – das bieten Fachhochschulen neben der akademischen Ausbildung. Die Idee der Fachhochschule ist in Deutschland sehr weit verbreitet. Auch andere Länder interessieren sich für das Konzept. Die Bundesregierung plant deshalb in Kenia den Aufbau einer Deutsch-Ostafrikanischen Fachhochschule. Gemeinsam mit afrikanischen Partnern, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und deutschen Fachhochschulen soll ein passgenaues Ausbildungsangebot geschaffen werden, das dem großen Bedarf an qualifizierten Fachkräften gerecht wird. Kenia entwickelt sich zum wirtschaftlichen und technologischen Kernland der Region und zieht auch deutsche Unternehmen an. Das Auswärtige Amt sieht in der Hochschulkooperation eine Initiative mit Leuchtturmcharakter für die praktische Zusammenarbeit Deutschlands mit den Ländern in Ostafrika.

Nachhaltige Konzepte für den Bergbau

Kenia ist reich an Bodenschätzen. Doch es fehlt der wissenschaftliche Nachwuchs, um diese Ressourcen nachhaltig nutzen zu können. Die Aufgabe ist kompliziert: Wie kann es gelingen, die Naturreichtümer zu nutzen, ohne dem Naturschutz und dem Tourismus zu schaden? Das Thema Nachhaltigkeit wird deshalb ein wesentlicher Bestandteil in der Ausbildung junger Ingenieure am Kenyan German Centre for Mining, Environmental Engineering and Resource Management (CEMEREM) sein. Seit Anfang 2016 treiben die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD) und die TU Bergakademie Freiberg den Aufbau eines deutsch-kenianischen Kompetenzzentrums  an der Taita Taveta University im kenianischen Voi voran. Anfang April 2017 wird es als achtes der vom DAAD geförderten Centres of African Excellence offiziell eröffnet. Für 2017 sind neben der Eröffnung einer Sommerschule für kenianische Wissenschaftler und Studierende eine erste der regelmäßig vorgesehenen CEMEREM-Konferenzen sowie ein reger Austausch von Lehrkräften und Studierenden geplant.

Bildungsforschung an der Moi University

Worauf kommt es in der Ausbildung an und wie lässt sie sich verbessern? In den forschungsorientierten Master- und Doktorandenprogrammen am East and South African-German Centre of Excellence for Educational Research Methodologies and Management (CERM-ESA) werden innovative Methoden und Projekte im Bildungsbereich weiterentwickelt und erprobt. Was die Studierenden begeistert, ist der Austausch zwischen deutschen, ostafrikanischen und südafrikanischen Sichtweisen und Stärken. „Wir bringen die afrikanischen Länder zusammen“, betont Masterstudentin Janet Ronoh. Alle Schulen und Hochschulen stünden schließlich vor denselben Problemen. „Deshalb wollen wir gemeinsame Lösungen finden.“ Ziel der vom DAAD im Programm Centres of African Excellence geförderten Hochschulkooperation ist der Aufbau eines Exzellenzzentrums für Bildungsforschung und -management an der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Moi University.

Projektpartner sind die Universität Oldenburg, die Moi University (Kenia), die Nelson Mandela Metropolitan University (Südafrika), die University of Dar Es Salaam (Tansania) und das Uganda Management Institute (Uganda).

Klinikpartnerschaft der Charité

In Uganda stirbt fast jedes 40. Kind innerhalb der ersten 28 Lebenstage. Die Verbesserung der Gesundheit von Müttern und ihren Neugeborenen steht daher im Mittelpunkt einer Partnerschaft zwischen dem Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit der Charité-Universitätsmedizin Berlin und dem Virika Hospital in Fort Portal, Uganda. Die Kooperation zählt zu den sogenannten ESTHER-Hochschul- und Klinikpartnerschaften, die von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt werden. Ziel der Initiative ist es, die medizinische Versorgung in ausgewählten Ländern Afrikas zu verbessern. Am Virika Hospital werden Mütter und ihre Babys seit 2016 in einer modern ausgestatteten „Neonatal Care Unit“ von gut geschulten medizinischen Kräften versorgt.

Auf dem Weg zur regionalen Integration

Wie lassen sich Staaten unter dem Dach einer politischen Föderation vereinen? Viele spannende Anregungen finden ostafrikanische Masterstudierende und Doktoranden am Tansanisch-deutsche Fachzentrum für Rechtswissenschaft (Tanzanian-German Centre for Eastern African Legal Studies – TGCL) im direkten Austausch mit deutschen Wissenschaftlern. Das 2008 gegründete Zentrum ist ein Kooperationsprojekt der Universitäten Dar es Salaam und Bayreuth, es wird vom Auswärtigen Amt über den DAAD, ebenfalls im Programm Centres of African Excellence, gefördert. Besonders beliebt sind die jährlichen Studienreisen, unter anderem nach Brüssel. Direkt vor Ort lernen Teilnehmer föderale Governance-Strukturen kennen, die ihnen einen Vergleich zwischen den Funktionsweisen der Europäischen Union und der Ostafrikanischen Gemeinschaft (East African Community – EAC) erlauben. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten stammen aus den Partnerstaaten der EAC, langfristig sollen die TGCL-Programme auch für Studierende aus anderen Ländern geöffnet werden.

Lesen Sie hier einen Beitrag über die DAAD-Fachzentren.

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