Zum Hauptinhalt springen

Ebola im Ostkongo: Deutschlands Unterstützung

Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo hält an. Deutschland hilft gemeinsam mit lokalen Partnern und regionalen Netzwerken.

Kim BergKim Berg, 17.06.2026
    Zwischen März und April 2026 brach das Ebola-Virus in Ostkongo aus.
Zwischen März und April 2026 brach das Ebola-Virus in Ostkongo aus. © picture alliance / Anadolu | Stringer

Das Ebola-Virus breitet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) aus – in einer Region, die von Konflikten, Flucht und einer ohnehin überlasteten Gesundheitsversorgung geprägt ist. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden bis 11. Juni 2026 in der DR Kongo 676 bestätigte Fälle gemeldet, 136 Menschen starben. Parallel gibt es Erkrankungen in Uganda, die mit dem Ausbruch in der DR Kongo in Verbindung stehen. Aus Sicht der WHO ist die Lage besonders heikel, weil es sich um Ebola-Erkrankungen handelt, die durch das Bundibugyo-Virus verursacht werden – für das es bislang keinen zugelassenen Impfstoff und keine spezifische Standardtherapie gibt.  

„Die Lage ist extrem komplex und nach wie vor sehr dynamisch“, sagt Biologe Norman Nausch von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Leiter der deutschen „Schnell Einsetzbaren Expert*innengruppe Gesundheit“ (SEEG). Hinzu kommt eine schwere humanitäre Notlage im Osten der DR Kongo: Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen dort 1,2 Millionen Menschen Hilfe – viele von ihnen Binnenvertriebene. Cholera, Masern und Durchfallerkrankungen sind weit verbreitet und belasten das Gesundheitssystem zusätzlich.  

Unterstützung nach einem klaren Prinzip 

Bei Ausbrüchen wie Ebola zählt Tempo – aber ebenso wichtig ist, Doppelarbeit zu vermeiden und die Unterstützung dahin zu lenken, wo Lücken entstehen. Die übergeordnete Koordination der Unterstützung liegt bei einem Team, das von der WHO und der afrikanischen Gesundheitsbehörde einberufen wurde. Organisationen wie die SEEG setzen Maßnahmen gemeinsam mit lokalen Partnern um.  

„Die SEEG unterstützt Schwellen- und Entwicklungsländer dabei, auf Gesundheitskrisen und Ausbrüche von Infektionskrankheiten schneller und besser zu reagieren“, sagt Nausch. Die Gruppe von Expertinnen und Experten wurde nach dem Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014/2015 aufgebaut und ist ein Verbund deutscher Fachinstitutionen. Dazu gehören unter anderem das Robert Koch-Institut, die Charité Universitätsmedizin sowie – im Bereich der Tiergesundheit – das Friedrich-Loeffler-Institut und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Die GIZ setzt die Einsätze im Auftrag der Bundesregierung um und begleitet sie fachlich. 

„Unsere Kernkompetenz ist der Aufbau von Diagnostik, um Krankheiten überhaupt nachweisen zu können“, sagt Nausch. Besonders wichtig sei die Früherkennung, um Symptome richtig einzuordnen und die Ausbreitung zu verhindern. „Diese Kapazitäten bauen wir auch in angrenzenden Regionen aus, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.“ 

75 Einsätze in 40 Ländern 

Die SEEG arbeitet in kurzen Einsätzen. Teams von vier bis acht Expertinnen und Experten unterstützen lokale Partner bedarfsorientiert. Insgesamt haben die Teams bereits 75 Einsätze in 40 Ländern geleistet. Im aktuellen Ebola-Ausbruch ist das Entsenden internationaler Fachkräfte allerdings schwierig. „Momentan sind noch keine deutschen Expertinnen und Experten im Ostkongo im Einsatz“, sagt Nausch – die Sicherheitslage in der Region ist zu fragil. Deshalb unterstützt die SEEG von Deutschland und den Nachbarländern aus. „Zusätzlich haben wir über die GIZ ein großes Netzwerk, auf das wir zurückgreifen können, um Maßnahmen wirkungsvoll und nachhaltig – in enger Abstimmung mit den Menschen vor Ort – umzusetzen“, so Nausch. 

Schutzausrüstung für Personal ist besonders wichtig.
Schutzausrüstung für Personal ist besonders wichtig. © picture alliance / Anadolu | Stringer
Im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten kommt es oft zu Fehlinformationen und Mythen.
Biologe Norman Nausch, GIZ

Bei Ebola steht der Schutz von Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten sowie Laborpersonal am Anfang jeder Eindämmungsstrategie. „Eines der Hauptprobleme bei dem Ebola-Ausbruch 2015 war, dass sich anfänglich sehr viele Mitarbeitende aus dem Gesundheitswesen angesteckt haben und gestorben sind. Das hat das Problem natürlich enorm verschärft“, sagt Nausch.  

Deshalb ist es besonders wichtig, Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und Laborpersonal zu schützen. Die SEEG stellt den betroffenen Regionen in Ostkongo Schutzkleidung für Gesundheitsämter und Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung, darunter auch Einrichtungen der Caritas. 

Über spezielle Trainings für kirchliche Träger und Gemeindevorsteher hilft die SEEG dabei, Bevölkerung und Gesundheitsfachkräfte für den Umgang mit Ebola-Infektionen zu sensibilisieren. „Im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten kommt es oft zu Fehlinformationen und Mythen“, sagt Nausch. Dem will die SEEG mit Aufklärungskampagnen entgegenwirken. Auch in Ländern, die potenziell im Einflussbereich des Virus liegen, führt die SEEG Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für den Ernstfall durch – zum Beispiel in Uganda, Kenia und Tansania.