Eine Wolke für die Wissenschaft

In der Europäischen Cloud für offene Wissenschaft können Forschende ihre Daten sicher ablegen und grenzübergreifend austauschen. Wir verraten, wie sie funktioniert.

Die EOSC erleichtert Forschern den Umgang mit großen Datenmengen.
Die EOSC erleichtert Forschern den Umgang mit großen Datenmengen. Gorodenkoff - stock.adobe.com

„Vor 20 Jahren suchte ich tagelang in zehn CDs nach einem wissenschaftlichen Paper“, erzählt Angelo Pio Rossi, Professor für Erd- und Planetenwissenschaften an der Jacobs University Bremen. Heute nutzt er Server und Cloud-Services – auch zum Beispiel, um produzierte Geodaten zu speichern und anderen zur Verfügung zu stellen. Aber mit dem Ende eines Forschungsprojekts ergeben sich zwei Probleme, sagt der Planetenforscher: „Ich kann die Daten nicht pflegen, weil das eventuell neue Kosten verursacht, und meine Daten sind von möglichen Nutzern nicht so leicht zu finden.“

Digitale Infrastruktur für Forschende

Die Europäische Cloud für offene Wissenschaft (EOSC) sorgt für mehr Nachhaltigkeit und bessere Auffindbarkeit von wissenschaftlichen Daten. Im April 2016 wurde die Cloud von der EU-Kommission vorgeschlagen. Sie wird über das EU-Forschungsprogramm „Horizont 2020“ finanziert. Bis Ende 2020 stehen dafür insgesamt rund 600 Millionen Euro zur Verfügung.

Ende 2018 ging das EOSC-Portal online und hält seither eine an wissenschaftliche Nutzung angepasste digitale Infrastruktur bereit. Daten können für Forschungs-, Innovations- und Bildungszwecke gespeichert, verwaltet, analysiert und von 1,7 Millionen Forscherinnen und Forschern sowie 70 Millionen Fachleuten in den Natur-, Technik-, Geistes- und Sozialwissenschaften genutzt werden.

Riesige Datenmengen zusammenführen

In der Funktionalität ähnelt das EOSC-Portal kommerziellen Angeboten, umfasst jedoch weit mehr Dienste – zum Beispiel Datenkataloge, Datenübertragungsdienste oder Schulungsportale. Um das EOSC-Portal zu füllen, müssen bestehende Dateninfrastrukturen aus verschiedenen Disziplinen und EU-Staaten zusammengeführt werden. Auch Angelo Rossi arbeitet für sein Forschungsgebiet an der Umschichtung: Die Jacobs Universität ist eine von 20 Partnern aus neun europäischen Ländern, die das Projekt „NEANIAS – Neuartige EOSC-Dienste für aufkommende Atmosphären-, Unterwasser- und Weltraumprobleme“ verwirklichen.

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