Sonnige Aussichten

Die neue deutsch-israelische Research School HI-SCORE setzt auf das große Potenzial der Solarenergie.

Deutsch-israelische Solarforschung: eine Chance für 30 Doktoranden
Deutsch-israelische Solarforschung: eine Chance für 30 Doktoranden luchschen/stock.adobe.com

Noch nie zuvor hat Deutschland in den ersten sechs Monaten eines Jahres so viel Solarstrom erzeugt wie 2018. Gute Voraussetzungen für das neue Projekt des Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie (HZB): HI-SCORE – so heißt die neue internationale Forschungsschule zur Solarenergie, die das HZB gemeinsam mit deutschen und israelischen Partnern gegründet hat. HI-SCORE steht für Hybride integrierte Systeme zur Umwandlung von Solarenergie. Das HZB kooperiert mit dem Weizmann-Institut of Science in Rehovot, dem Technion in Haifa, der Bar-Ilan Universität, der Ben-Gurion Universität und der Hebräischen Universität in Jerusalem sowie mit der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Potsdam. Im Rahmen der Zusammenarbeit können 30 Doktoranden grenzübergreifend an der Entwicklung von Bauelementen für die solare Energiegewinnung arbeiten.

Austausch für wissenschaftlichen Fortschritt

Die Forschungsschule habe vor allem zwei Ziele, erklärt Daniel Abou-Ras, der wissenschaftliche Koordinator des Programms. „Promovierende werden im Rahmen ihrer Doktorarbeit zusammengebracht. Und dieser Austausch garantiert zugleich eine exzellente Forschungsarbeit.“ Jeweils zwei Betreuer – einer aus Deutschland, einer aus Israel – kümmern sich um einen Doktoranden oder eine Doktorandin. Die Promovierenden verbringen sechs Monate im anderen Land und beteiligen sich an der Forschung ihrer Betreuer. So können sie wichtige Auslandserfahrungen sammeln. Geforscht wird zu den Themen „Materialentwicklung“, „Interfacedesign“ und „Geräteintegration“. Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert HI-SCORE seit Februar 2018 im Netzwerk der Helmholtz International Research Schools. Etwa sieben Millionen Euro stellen die beteiligten Institutionen über sechs Jahre für das gemeinsame Vorhaben zur Verfügung.

Enge Beziehungen zu israelischen Partnern

Zu Israel halten Wissenschaftler am HZB seit den 1980er-Jahren enge Verbindungen. Konkrete Grundlagen für die neue Forschungsschule legten die Wissenschaftler im Rahmen des Israelbesuchs des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Otmar Wiestler, im Frühjahr 2016.

Vorteile der Kooperation sieht Abou-Ras nicht nur im Austausch von Fachwissen: „Wenn die Wüste vor der Tür liegt, können wir natürlich sehr viel besser Module im Feld testen.“ Stabilitätsmessungen im direkten Sonnenlicht seien dagegen in Deutschland nicht jederzeit möglich. Berlin bietet im Austausch die Photonenquelle BESSY. Wissenschaftler aus aller Welt nutzen die Forschungseinrichtung zur Bearbeitung physikalischer, biologischer und umwelttechnischer Fragestellungen. „Wir ergänzen uns sehr gut“, sagt Abou-Ras.

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