Yad Vashem eröffnet Bildungszentrum in München
Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem plant ein Bildungszentrum in München. Ziel ist es, die Erinnerungskultur zu stärken und Antisemitismus entgegenzutreten.
Jerusalem/München (dpa) – Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem will ein Bildungszentrum in München eröffnen. Zusätzlich ist eine Außenstelle in Leipzig geplant. Wie Yad Vashem mitteilte, handelt es sich um den ersten internationalen Ableger der Gedenkstätte außerhalb Israels. München sei wegen seiner Bildungslandschaft und seiner zentralen Lage ausgewählt worden.
Das Zentrum soll die jüdische Perspektive in der deutschen Erinnerungskultur stärker in den Mittelpunkt rücken. Im Fokus stehen die Erfahrungen und Stimmen der Opfer des Holocaust. Ziel sei es, die Dimension des nationalsozialistischen Massenmordes verständlicher zu machen und Besucher zur Auseinandersetzung mit Fragen von Verantwortung, Identität und Menschlichkeit anzuregen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Israels Präsident Izchak Herzog bezeichneten das Vorhaben als „wichtige Entscheidung“ in Zeiten zunehmenden Antisemitismus und wachsender Fremdenfeindlichkeit. Auch Bundesbildungsministerin Karin Prien begrüßte die Pläne. Gerade junge Menschen wüssten heute zu wenig über die Shoah und die systematische Ermordung von Millionen Juden im Nationalsozialismus.
Die kleinere Einrichtung in Leipzig soll sich vor allem an Pädagogen und junge Menschen richten. Die Eröffnung des Bildungszentrums könnte laut Yad Vashem in zwei bis drei Jahren erfolgen.