Dresden: Für die Kultur des Dialogs

2025 liegt die Kulturhauptstadt Europas wieder in Deutschland. Wir stellen die Bewerber um den Titel vor. Hier: Dresden.

Dresden
Frank Exß

Deutschland. Mit diesem Titel verbindet sich die Hoffnung auf mehr Besucher, eine höhere Wahrnehmung und eine innere Aufbruchsstimmung: Für 2025 darf Deutschland wieder eine „Kulturhauptstadt Europas“ benennen. Die Entscheidung fällt erst 2020, doch eine Reihe von Städten haben sich schon ins Rennen gebracht. Wir haben ihre Oberbürgermeister gefragt: An welchem Ort in Ihrer Stadt wird besonders deutlich, dass sie das Zeug zum Titelträger hat?

Annekatrin Klepsch
Annekatrin Klepsch dpa

Annekatrin Klepsch, zweite Bürgermeisterin für Kultur und Tourismus der Stadt Dresden:

„Am Dresdner Neumarkt mit der wiedererrichteten Frauenkirche schlägt für mich das Herz Europas. Hier verdichtet sich Geschichte und es treffen viele Erzählungen aufeinander, die für die europäischen Gesellschaften auch heute noch wichtig sind. Der Neumarkt ist ein Symbol für Wiederaufbau und Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Er steht aber auch für das Aufeinandertreffen von verschiedenen Religionen.

Nationalistische Kräfte fordern die offene Gesellschaft heraus.

Die protestantische Frauenkirche wurde einst gebaut, nachdem der sächsische Kurfürst zum Katholizismus übergetreten war. In jüngster Zeit gingen von hier die Bilder von Demonstrationen gegen den Islam um die Welt – ein Symbol für die aktuelle politische Herausforderung durch nationalistische Kräfte, der sich die offenen Gesellschaften Europas stellen müssen. Themen unserer Kulturhauptstadtbewerbung sind daher der Dialog und die Suche nach Gemeinsinn. Europa ist Heimat in Dresden.“

Protokoll: Bettina Mittelstraß