Gefeierte Opernmacher

Publikum und Kritik bejubeln Höhepunkte des deutschen Musiktheaters.

dpa/Heinz von Heydenaber - Opera

Die Bayerische Staatsoper in München darf sich freuen: Bei der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Opernwelt, an der sich jedes Jahr 50 internationale Opernkenner mit ihrem Votum beteiligen, wurde sie zum Opernhaus des Jahres 2014 gekürt. Die Juroren lobten „das exzellente musikalische Niveau, die Breite und Qualität des Spielplans“. Einen großen Anteil am Erfolg habe Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, den die Experten gleich als „Dirigent des Jahres“ auszeichneten.

Petrenko, Jahrgang 1972, entstammt einer jüdischen Musikerfamilie aus dem sibirischen Omsk. Seinen ersten öffentlichen Auftritt als Pianist hatte er schon im Kindesalter. Er studierte und arbeitete in Österreich, bevor er mit 27 Jahren als jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands ans renommierte Meininger Theater kam. Der Ruf eines Workaholics, aber auch eines „Anti-Maestros“ eilte ihm schnell voraus – ohne Dünkel sei er, normal, ehrlich, witzig, bescheiden. Von 2002 bis 2007 war Petrenko Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin – übrigens 2013 ihrerseits Opernhaus des Jahres.

Knapp vier Millionen Besucher

Die Komische Oper ist die kleinste der drei Berliner Opern. Hier ist es Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky, der ihre ausgezeichnetes Angebot maßgeblich bestimmt. Kosky hat – wie Petrenko – einen kometenhaften Aufstieg erlebt. Der 1967 in Melbourne geborene Enkel jüdischer Einwanderer aus Russland, Polen und Ungarn stand zunächst als Schauspieler auf der Bühne. Nach einer Ausbildung in Klavier und Musikgeschichte wandte er sich der Regie zu, inszenierte unter anderem in der Niederländischen Oper in Amsterdam, der Los Angeles Opera, der English National Opera in London, der Wiener Staatsoper, am Aalto-Theater Essen, am Deutschen Theater Berlin und am Schauspiel Frankfurt. Nun bringt er der Komischen Oper mit üppigen, sinnlichen Produktionen das breite Lob von Fachleuten und Publikum ein.

Opern sind in Deutschland weiterhin beliebt, die Dichte der Häuser und ihrer Aufführungen ist hoch: In der Spielzeit 2012/13 zählte der Deutsche Bühnenverein für diese Sparte knapp vier Millionen Besucher.

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