Wo junge Deutsche am liebsten leben

Wer jung ist, will in die Stadt – oder? Wir haben junge Deutsche gefragt und überraschende Antworten bekommen.

Wo junge Deutsche am liebsten leben
Wo junge Deutsche am liebsten leben privat

Aufregendes Stadtleben

Ich bin in einem Dorf in der Nähe von Frankfurt am Main aufgewachsen. Aber ein aufregendes Leben kann ich mir nur noch in der Großstadt vorstellen. Besonders prägend war mein Auslandsjahr nach dem Abitur in Shanghai und die Erfahrung, in einer großen Stadt so ziemlich tun und lassen zu können, was man möchte. In der Großstadt hat Langeweile keine Chance; es gibt immer Viertel oder Plätze, die es noch zu erkunden gilt. Besonders Berlin bietet Studenten die ideale Mischung aus gutem Nachtleben und Kultur. Auf dem Land müsste man dafür stundenlang mit dem Auto fahren.

 Robert Fröhlich
Robert Fröhlich (20)
studiert Politikwissenschaften in Deutschlands Hauptstadt Berlin (3,6 Mio. Einwohner).

Kurze Wege

Ich lebe gerne zentral in der Stadt: Zu Fuß und mit dem Rad kann ich fast alles erreichen, was ich brauche: Supermärkte und Post, Bus- und Bahnstationen, Ärzte und Physiotherapeuten, Restaurants und Bars. Glücklicherweise ist meine Miete noch überschaubar und in unserer Straße wohnt man auch relativ ruhig. Aber klar: Die Parkplatzsuche nervt, erst kürzlich wurde mein Auto abgeschleppt. Trotzdem bin ich froh, von meiner ländlich geprägten Heimat in die Stadt gezogen zu sein.

Markus Wolsiffer
Markus Wolsiffer (27)
wohnt und arbeitet als Journalist in Mainz (215.824 Einwohner), der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz.

Praktische Nähe zur Universität

Die Nähe zur Universität und zur Innenstadt ist ein immenser Vorteil. Und die Wohnungen in Kaiserslautern sind preiswert – auch für Studenten.

 Vivien Wilbert
Vivien Wilbert (22)
ist zum Studieren nach Kaiserslautern (102.542 Einwohner) gezogen.

Enger Kontakt zur Natur

Es ist großartig, auf dem Land aufzuwachsen. So habe ich es jedenfalls erlebt. Hier ist es ruhig, alle kennen sich, sind füreinander da. Als Kinder konnten mein Bruder und ich einfach rausgehen zum Spielen. Mir gefällt der enge Kontakt zur Natur, auch zu den Tieren. Und wir wissen, dass das Gemüse nicht im Supermarkt wächst. Meine Großeltern waren Landwirte und haben immer noch einen Selbstversorgergarten. Trotzdem habe ich immer auch das Bunte und Offene einer Stadt vermisst. Auf Dauer möchte ich deshalb eher dort leben. Mit all den Möglichkeiten und Angeboten und auch etwas mehr Anonymität.

Tale Kropp
Tale Kropp (17)
lebt in Wittingen (4.574 Einwohner) in Niedersachsen.

Volle, teure Städte

Ich lebe lieber auf dem Land als in der Stadt, weil es ruhiger ist. Auch einzukaufen ist hier deutlich angenehmer; in der Stadt sind die Geschäfte überlaufen und teurer. Wichtig finde ich auch die Nähe zu Familie, Freunden und Sportvereinen.

Karl Johann
Karl Johann (21)
Student, wohnt in Spachbrücken (2.340 Einwohner) in Hessen.

Lebendige Dorfgemeinschaft

Auf dem Land ist die Lebensqualität größer. Ich mag die stressfreiere Umgebung, die Natur und die lebendige Dorfgemeinschaft, in der die Einwohner einander kennen und respektieren. Außerdem wohnen meine Familie und ein Großteil meiner Freunde auch auf dem Land. Zwar gibt es in Darmstadt ein besseres kulturelles und kulinarisches Angebot, aber es fehlt bezahlbarer Wohnraum für Studenten.

Maximilian Mohr
Maximilian Mohr (23)
wohnt in Habitzheim (1.435 Einwohner) und studiert in Darmstadt.