Mein Alltag als Krankenpfleger

Steffen Roesel ist Krankenpfleger aus Leidenschaft, auch wenn die Arbeit belastend ist. Hier erzählt er von seinem Alltag.

Krankenpfleger Steffen Roesel
Krankenpfleger Steffen Roesel Stephan Pramme

Deutschland. „Seit 25 Jahren arbeite ich als Krankenpfleger – und mache das bis heute sehr gern. Pfleger, das ist ein Job, den man wirklich mögen sollte, denn die Arbeit ist psychisch und physisch belastend. Doch mir war es immer wichtig, mit Menschen zu arbeiten und zu helfen. In einem Krankenhaus gibt es facettenreiche Einsatzbereiche. Ich war beispielsweise schon in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der Urologie und auf der Intensivstation tätig. Vor zwei Jahren wechselte ich in den Operationsdienst. Dort bin ich für die Anästhesie zuständig. Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger dauert drei Jahre. Alternativ kann man inzwischen ein Pflegestudium absolvieren.

Bei aller Menschlichkeit muss man lernen, das Leid der Patienten nicht zu nah an sich heranzulassen.

OP-Pfleger Steffen Roesel

Ich bin 50 Jahre alt und arbeite im Schichtdienst. Der zehrt an den Kräften, besonders der Bereitschaftsdienst. Das ist eine 24 Stunden-Schicht, bei der ich im Krankenhaus schlafe und jederzeit damit rechnen muss, gerufen zu werden. Die Operationen dauern häufig sehr lang. Manche sind in einer Viertelstunde beendet, aber einige dauern 15 oder sogar 19 Stunden. Wir machen dann zwischendurch Pausen. Bei langen und nicht heiklen Operationen sprechen wir auch schon mal darüber, was wir zuletzt im Kino gesehen haben. Trotzdem stößt man bei all dem schon an seine Grenzen.

„Mir war es immer wichtig, Menschen zu helfen“
„Mir war es immer wichtig, Menschen zu helfen“ Stephan Pramme

Auch meine Mutter war Krankenschwester. Aber im Vergleich zu damals ist man heute für viel mehr Patienten zuständig und mit wesentlich mehr Bürokratie konfrontiert. Alles muss genau dokumentiert werden – jeder Pflasterwechsel, jede Tablette. Die Arbeit am Computer nimmt oft bis zu drei Stunden eines Arbeitstages in Anspruch. Dadurch bleibt weniger Zeit für direkten Kontakt mit den Patienten.

Bei aller Menschlichkeit muss man lernen, das Leid der Patienten nicht zu nah an sich heranzulassen. Das ist ganz wichtig als Schutz vor einem Burn-Out. Jeder entwickelt seine eigenen Tricks. Ich zum Beispiel bin Hobbyfilmer und liebe Musik. Das hilft mir abzuschalten.“

Protokoll: Nicole Sagener

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