Fußball verbindet

Einmalige Gelegenheit: Junge Deutsche erleben die Fußball-WM im Gastgeberland Russland. Doch bei den „Deutsch-Russischen Fußballbrücken“ geht es nicht nur um Sport.

Deutsch-Russischer Austausch beim Fußball
Deutsch-Russischer Austausch beim Fußball Deutsch-Russisches Forum

Russland ist im Fußballfieber, erst recht nach dem Auftaktsieg der russischen Nationalmannschaft. Die Begeisterung hat auch die 34 jungen Deutschen erfasst, die als Teilnehmer des Projekts „Deutsch-Russische Fußballbrücken“ im Land des WM-Gastgebers unterwegs sind. „Die Sportart Fußball ist ideal, weil sie Menschen aller Schichten fasziniert und zwischen beiden Staaten Brücken schlagen kann“, sagt Martin Hoffmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutsch-Russischen Forums.

Bis zum 27. Juni ist die deutsche Gruppe in Russland unterwegs, um sich in drei Straßenfußball-Turnieren in Novoje Deviatkino bei St. Petersburg, in Rostow am Don und in Sotschi mit insgesamt mehr als 400 russischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Fußball zu messen. Auch der Besuch des WM-Spiels Deutschland gegen Schweden gehört zum Programm. Doch bei diesem Austausch dreht sich nicht alles nur um das runde Leder.

Positive Eindrücke von Russland

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besichtigen auch St. Petersburg und Moskau, machen einen Ausflug in den Kaukasus und legen in Sotschi einen Kranz nieder, um des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941 zu gedenken. Für Michael Schötz, Handwerker aus Stuttgart, waren die bisherigen Erlebnisse der Reise „überwältigend“. „Man hört ja viel von Russland. Aber ich wollte mir selbst ein Bild machen“, erzählt er. Freundliche Menschen, die Weißen Nächte in St. Petersburg, der Kreml in Moskau und die nächtliche Fahrt im Schlafwagen durch Russland haben Schötz beeindruckt.

„Die Deutsch-Russischen Fußballbrücken sollen dazu beitragen, dass sich die junge Generation selbst eine Meinung bilden kann“, sagt Larissa Markus von der Brandenburgischen Sportjugend, die das Projekt in Russland begleitet. Die jungen Menschen fänden schnell einen Draht zueinander. „Viele fragen nach dem Alltag in Deutschland oder Russland. Daraus ergeben sich Gemeinsamkeiten, und rasch sind Kontakte geknüpft.“

Lebendiger deutsch-russischer Austausch

Förderer der Deutsch-Russischen Fußballbrücken sind der DFB, das Auswärtige Amt, die F.C. Flick Stiftung, die Deutsche Sportjugend, der Landessportbund Brandenburg und das Land Brandenburg. Als prominenter Begleiter ist Brandenburgs Finanzminister Christian Görke dabei. „Die Begegnung der jungen Sportler und Sportlerinnen aus Deutschland und Russland ist mehr als nur ein Fußballturnier. Es ist ein Wechsel auf die Zukunft“, betont er. In den Händen der jungen Menschen liege die Zukunft Europas und der Frieden in der Welt. Ein Ziel des Projektes ist, die Teilnehmer längerfristig an den deutsch-russischen Austausch zu binden.

Paul Rössel, Ingenieurstudent an der Technischen Universität Berlin, nimmt zum zweiten Mal an einem Projekt des Deutsch-Russischen Forums teil. „Mir bietet das die Gelegenheit, ein spannendes Land wie Russland zu bereisen und interessante Menschen kennenzulernen“, sagt der 23-Jährige. Forum-Geschäftsführer Martin Hoffmann sieht deshalb seine Hoffnungen bestätigt: „Wer einmal bei den deutsch-russischen Veranstaltungen dabei war, kommt so leicht nicht mehr davon los.“

Deutsch-Russisches Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/18

Das Projekt „Deutsch-Russische Fußballbrücken“ ist Teil des Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/18. Zur Eröffnung im Juni 2017 in Krasnodar betonten die Außenminister beider Länder: „Im deutsch-russischen Verhältnis kommt den zahlreichen Partnerschaften zwischen Bundesländern, Regionen, Kreisen, Städten und Gemeinden sowie gesellschaftlichen Vereinigungen, Universitäten und Schulen eine besondere Rolle zu.“

Das Kommunaljahr soll den Partnerschaften neues Leben einhauchen und neue Kooperationen entwickeln. Ein kultureller Höhepunkt war die zweisprachige Aufführung des Theaterstücks „Die Familie Schroffenstein“ in den Partnerstädten Münster und Rjasan. Und schon im Vorfeld der WM profitierte Rostow in der Vorbereitung auf auf die Austragung von WM-Spielen von den Erfahrungen der deutschen Partnerstadt Dortmund während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006.

Hier gibt es einen Überblick über das Deutsch-Russische Jahr: www.russlandpartner.de.

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