Zuckerfest bringt Kulturen zusammen

Im Frankfurter Bahnhofsviertel hat Fastenbrechen einen besonderen Reiz. Eindrücke von einer fröhlichen Begegnung der Kulturen.

Gemeinsames Fastenbrechen im Bahnhofsviertel von Frankfurt am Main.
Gemeinsames Fastenbrechen im Bahnhofsviertel von Frankfurt am Main. deutschland.de

Es ist ein milder Donnerstagabend im Bahnhofsviertel von Frankfurt am Main. Das Viertel ist bekannt für seine Gegensätze: Banker treffen auf Junkies, Szenebars öffnen neben alt eingesessenen Traditionskneipen. Charakteristisch für das Bahnhofsviertel ist allerdings auch das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen. Menschen aus über hundert Nationen wohnen hier auf einem halben Quadratkilometer. Besonders lebendig zeigt sich dieses bunte Miteinander am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan.

Gemeinsames Fastenbrechen

Der Duft von Fleischeintopf strömt aus der Elbestraße. Dort haben sich an diesem Abend fast 600 Muslime, Christen, Juden und Atheisten zusammengefunden, um gemeinsam das Iftar einzunehmen, die festliche Mahlzeit nach dem Fastenbrechen. Bereits zum dritten Mal laden Muslime aus dem Bahnhofsviertel zum gemeinsamen Fastenbrechen ein. Auf den Bänken in den Festzelten bleibt kaum ein Platz frei. Auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann hat sich unter die Feiernden gemischt.

Auf den Tischen stehen Ayran und Datteln. Pünktlich zum Sonnenuntergang um 21.42 Uhr beginnt das gemeinsame Essen. Rindfleisch, Reis, Fladenbrot und Salate werden von Helfern auf großen Paletten durch die Elbestraße geschoben. Vorbereitet wurde das Essen von Gastronomen aus der Nachbarschaft. Viele der nicht-muslimischen Besucher sind gemeinsam mit muslimischen Freunden gekommen oder wohnen im Viertel. Die Frankfurterin Jasmin Kamp erzählt: „Mein türkischer Freund feiert Iftar bei seinen Eltern. Weil ich das aber schon kenne, bin ich mit einer Freundin zum Fastenbrechen ins Bahnhofsviertel gefahren.“

Wie viele Muslime leben in Deutschland?

Fast 100.000 Muslime leben in Frankfurt. Mit etwa 15 Prozent Bevölkerungsanteil ist der Islam hinter dem Christentum die am weitesten verbreitete Religion der Stadt. Bundesweit gibt es etwa fünf Millionen Muslime, beziehungsweise Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis.

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