Wo Hochwasser Teil des Plans ist
Auf Elbschlick gebaut, künstlich erhöht und vor Überschwemmungen geschützt. Vier überraschende Fakten über die Hamburger HafenCity und ihr ausgeklügeltes Wasserkonzept.
Schiffe tuten, Wind fegt über die Promenaden. Wer durch die Hamburger HafenCity spaziert, bemerkt schnell die unterschiedlichen Ebenen des Viertels: tiefe Wege am Wasser, hohe Treppen, angehobene Straßen und Hauseingänge. Mit dem wechselnden Pegel zu leben, gehört hier zum Alltag. Denn im Überflutungsbereich der Elbe entsteht auf einem ehemaligen Teil des Hafens eines der größten neuen Stadtquartiere Europas. Vier Beispiele zeigen, wie Hamburg hier mit dem Wasser baut.
1. Die HafenCity steht auf künstlichen Hügeln
Große Teile des neuen Stadtquartiers wurden angehoben. Straßen, Plätze und Hauseingänge liegen heute meist auf 7,80 bis 8,50 Metern über Normalnull und damit deutlich höher als die alten Hafenkais. Dahinter steckt das Warftenkonzept, also künstlich aufgeschüttete Erhebungen, die Gebäude vor Überschwemmungen schützen. Hamburg hat diese Küstentechnik auf einen ganzen Stadtteil übertragen.
2. Teile der Promenade dürfen überflutet werden
Die unteren Uferwege direkt an der Elbe können bei Sturmfluten überflutet werden. Erst darüber beginnt die geschützte Stadtebene. Das Wasser wird also nicht komplett ausgesperrt, sondern bewusst in die Planung einbezogen. So bleibt die Nähe zum Fluss erhalten, ohne dass hohe Deiche die Sicht versperren.
3. Auch Starkregen wurde mitgedacht
Nicht nur Sturmfluten, auch Starkregen spielte in der Planung eine Rolle. Grünflächen, begrünte Dächer und offene Wasserflächen helfen dabei, Niederschläge im Quartier aufzunehmen und die Kanalisation zu entlasten. Solche wassersensiblen Elemente machen die HafenCity widerstandsfähiger gegen Extremwetter. An der HafenCity Universität Hamburg wird zudem an klimaresilienten Stadt- und Wasserkonzepten weitergeforscht.
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Einverständniserklärung öffnen4. Die Elbphilharmonie steht auf 1.111 Betonpfählen
Hamburgs bekanntestes neues Wahrzeichen zieht seit Jahren Millionen Besucherinnen und Besucher an: Mehr als 25 Millionen Menschen kamen seit der Eröffnung 2017 allein auf die Plaza der Elbphilharmonie. Das Konzerthaus wurde auf den alten Kaispeicher A gesetzt, in dem früher Kakao, Tee und Tabak lagerten. Dessen Fundament ruht tief im Elbschlick auf 1.111 Betonpfählen. So zeigt auch das berühmteste Gebäude des Viertels, wie in der HafenCity auf schwierigem Grund gebaut wird.