Deutsche Modemarken

Auch jenseits schillernder Designernamen wird in Deutschland erfolgreich Mode gemacht.

dpa/Marcus Golejewski/Geisler-Fotopress - Berlin Fashion Week

Die Blicke der Modewelt mögen sich auf die Berliner Fashion Week richten und auf renommierte Designer aus den Hauptstädten der Welt. Die Heimatorte beliebter Alltagskleidung haben oft deutlich unbekanntere Namen: Idstein oder Rottendorf klingen nicht nach Haute Couture, sondern nach Mittelstand. Die deutsche Modeindustrie ist geprägt von soliden Unternehmen mit Gespür für die richtige Markenführung und entschlossenen Schritten ins Ausland. Entwickelt und organisiert werden die Labels in Deutschland, produziert wird die Kleidung oft unter strenger Beobachtung in Asien. Verkauft wird überall auf der Welt.

Die Herkunft mancher Marke ist nicht immer direkt zu erkennen –  aber hinter populären Namen wie s.Oliver, Tom Tailor oder Mustang stecken deutsche Unternehmen. s.Oliver, beheimatet in Rottendorf in Bayern, ist seit 1979 als Marke eingetragen. Mitte der 1990er-Jahre ging das Unternehmen auf Wachstumskurs, setzte auf die Erweiterung der Kollektion und des Lizenzgeschäftes. Im Jahr 1995 lag der Umsatz noch bei 245 Millionen Euro, 2013 verbuchte das Unternehmen mit weltweit 7500 Mitarbeitern bereits mehr als 1,6 Milliarden Euro. Tom Tailor aus Hamburg meldete für das Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von mehr als 900 Millionen Euro.

Sportkleidung aus Schwabmünchen

Neben dem klassischen Bekleidungsgeschäft sind deutsche Unternehmen auch in speziellen Bereichen erfolgreich: Jack Wolfskin etwa ist Marktführer bei Outdoor- und Funktionsbekleidung. Das Unternehmen gehört zwar inzwischen einem US-amerikanischen Investor, sein Ursprung aber liegt im hessischen Idstein. Im sportlichen Segment ist auch das Traditionsunternehmen Schöffel aus dem bayerischen Schwabmünchen unterwegs.

Die deutsche Ware kommt gut an, auch im Ausland: Im ersten Halbjahr 2014 meldete der Branchenverband German Fashion, in dem sich etwa 300 deutsche und in Deutschland tätige Modefirmen zusammengeschlossen haben, ein rund fünfprozentiges Wachstum bei den Exportumsätzen. Kleidung im Wert von 6,8 Milliarden Euro wurde im Ausland verkauft. Der Großteil geht dabei in die Nachbarländer, vor allem in die Niederlande, nach Österreich und Frankreich. Die wachsenden Zahlen im Auslandsgeschäft, so German Fashion, seien der „Motor des Erfolgs“.

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