Erinnerungskultur in Deutschland

Das NS-Dokumentationszentrum in München ist der jüngste Ort, an dem Deutschland an die Verbrechen der NS-Zeit erinnert. Aber nicht der einzige - eine Auswahl.

Jens Weber - Centre for the History of National Socialism in Munich

Lernort im Zentrum von München

Zum 70. Jahrestag des Einmarsches der US-Armee in München wird in der bayerischen Hauptstadt ein neues NS-Dokumentationszentrums eröffnet. Zahlreiche Initiativen und anhaltendes bürgerschaftliches Engagement hatten das Projekt vorangebracht. Der Neubau entsteht an einem Standort, der für das NS-Terrorregime von besonderer Bedeutung war: auf dem Gelände des ehemaligen „Braunen Hauses“ – der Parteizentrale der NSDAP. Das Zentrum ist als Lernort konzipiert. www.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de/zentrum

„Topographie des Terrors“ in Berlin

In der Hauptstadt Berlin bietet das Gelände der „Topographie des Terrors“ tiefen Einblick in die Machtstrukturen der NS-Herrschaft. An dieser Stelle befanden sich von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrors. Neben einer Dauerausstellung vermittelt ein Rundgang mit 15 Stationen unmittelbare Eindrücke des Nazi-Regimes. www.topographie.de

Einmalige Gedenkstätte in Heidelberg

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ist ein Ort der Begegnung und des Dialogs mitten in der Heidelberger Altstadt. Hier lebt die reiche Kultur der Sinti und Roma: Literatur, Malerei, Musik. Gleichzeitig ist das Zentrum Ort des Gedenkens an die Opfer der NS-Diktatur. Die Ermordung der Sinti und Roma wird in der weltweit einmaligen Gedenkstätte umfassend dokumentiert. www.sintiundroma.de/

Steinerner Größenwahn in Nürnberg

Auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Süden Nürnbergs zeugen gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Dort, in der unvollendet gebliebenen Kongresshalle, befindet sich heute das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Die Dauerausstellung „Faszination und Gewalt“ befasst sich mit Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der Gewaltherrschaft. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Reichsparteitage, die als gewaltige Massenveranstaltungen von der NS-Propaganda genutzt wurden. www.museen.nuernberg.de/dokuzentrum/

Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

Auch zahlreiche frühere Konzentrationslager sind heute Dokumentationszenten, die in Ausstellungen und als authentische Erinnerungsorte an die unfassbaren Verbrechen erinnern, so beispielsweise Ravensbrück. Dort errichtete die SS 1939 das größte Frauenkonzentrationslager auf deutschem Gebiet. www.ravensbrueck.de/mgr/neu/ 
www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung/kz/

Das NS-Dokumentationszentrum in München eröffnet am 30. April 2015

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