Holocaust-Überlebende erinnern an Auschwitz

Vor 70 Jahren befreite die Rote Armee das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz.

dpa/Frank Schumann - Holocaust remembrance

Yehuda Bacon war 15 Jahre alt, als er aus der Gewalt der Nationalsozialisten befreit wurde. Er hatte als Einziger seiner Familie die Todesmaschinerie überlebt und er wollte davon berichten: „Schon als Kind verspürte ich den Drang, mir all das einzuprägen, was ich in Auschwitz und anderen Lagern beobachtet, gehört oder erlebt hatte. Nachdem ich den Krieg überlebt hatte, hielt ich es für meine Pflicht, von diesen Erfahrungen im Namen derer, die ermordet worden waren, zu sprechen.“ Yehuda Bacon ist einer der Zeitzeugen, die die  Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in den vergangenen Jahren bei ihrem Interviewprojekt „Sprechen trotz allem“ befragt hat. So ist ein beeindruckendes Archiv entstanden, das es möglich macht,  fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges den Erfahrungen von Zeitzeugen zu begegnen und ihren Erinnerungen zuzuhören. In den Interviews berichten Holocaust-Überlebende sowohl von ihrer Verfolgung während des Nationalsozialismus als auch von dem Leben in Europa vor dem Zweiten Weltkrieg und vom oft schwierigen Neuanfang nach 1945. Die meisten Gespräche wurde auf Deutsch geführt, einige auch auf Polnisch oder Englisch.

Interviews weltweit zugänglich

Die Interviews sind im Videoarchiv des Informationszentrum des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin zu sehen. Zudem gibt es seit kurzem auch die Möglichkeit, die stiftungseigenen Zeitzeugeninterviews in einer Datenbank online unter www.sprechentrotzallem.de aufzurufen. Nach vorheriger Registrierung können die Videoaufzeichnungen so auch weltweit als Forschungsquelle genutzt werden. Alle Interviews sind in der jeweiligen Originalsprache und in voller Länge verfügbar. Abschriften in der Sprache des Interviews sowie in deutscher Übersetzung sowie Schlagworte ermöglichen es, das umfangreiche Filmmaterial zu erschließen. Lebensläufe, Zusammenfassungen und Darstellungen der Interviewsituation ergänzen die Videointerviews.

Der Holocaust-Überlebende Yehuda Bacon, der als Künstler in Israel lebt, hat sein Leben der Erinnerung und der deutsch-israelischen Versöhnung gewidmet: „Ich nehme an, dass es meine Hoffnung ist, dass das Erzählen irgendwie dazu beitragen kann, dass solche Ereignisse nie wieder passieren.“

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945

www.sprechentrotzallem.de

www.stiftung-denkmal.de

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