TdT_UN-Ausstellung_10042017

Bildergalerie

Eine Welt ohne Armut

Alle Kinder gehen zur Schule, Hunger und Durst gibt es nicht mehr: Wie die Welt aussehen könnte, wenn die „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen gelingt, zeigt eine Ausstellung im Auswärtigen Amt.
von Jeannette Goddar

Deutschland. Über Armut gibt es Studien, Erhebungen, Bücher – mit Zahlen, Definitionen, Länderberichten. Manchmal aber können ein Bild und ein Zitat mehr sagen als viele Fakten. Wie das Foto des alten Mannes auf den Philippinen. Er hockt vor einer schmutzigen Wand und bringt das große Thema in einem Satz auf den Punkt: „Mein härtester Kampf jeden Tag: etwas zu essen zu finden.“ Er lebt in Manila, der aus vielen Städten zusammengewachsenen 12-Millionen-Mega-City, in denen die Gegensätze zwischen Arm und Reich groß sind.

Bilderreihe „Menschen MEINER Welt“Bilderreihe „Menschen MEINER Welt“© Inga Kjer/photothek.net

Der Philippiner ist einer der Protagonisten der Bilderreihe „Menschen MEINER Welt“. Sie ist bis zum 10. Mai im Lichthof des Auswärtigen Amts in Berlin in der Ausstellung „Die Vereinten Nationen in Deutschland im Zeichen der Agenda 2030“ zu sehen. Die Fotos und Zitate von Menschen in vielen verschiedenen Ländern illustrieren die weltweite Umfrage der Vereinten Nationen „MY World“. 10 Millionen Menschen in 194 Ländern haben darin Auskunft gegeben, was ihnen wichtig ist. Ganz oben auf der Liste, das zeigt die Ausstellung auch, steht die Bildung der Kinder, gefolgt von besserer Gesundheitsversorgung und mehr Jobchancen. Eher am Ende persönlicher Prioritäten kommen der Schutz der Wälder und Meere, bessere Telefon- und Internetverbindungen und Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Meilensteine der Entwicklungspolitik

Die Umfrage lehnt sich an die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) an, die 2016 die Millenniumsziele abgelöst haben und die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Wie die Welt aussähe, wenn die „Agenda 2030“  Erfolg hat, demonstriert eine interaktive Animation im Lichthof: alle Kinder gehen zur Schule, Mütter überleben die Geburten, Hunger und Armut gibt es nicht und überall sauberes Wasser. Als „Meilenstein für die internationale Ordnung“ bezeichnet Außenminister Sigmar Gabriel in einem Grußwort die Ziele, die gemeinsam die „Agenda 2030“ bilden.

Die SDG Action Campaign macht die Nachhaltigkeitsziele und ihre Umsetzung weltweit bekannt. Ihren Sitz hat sie in Bonn – und ist damit die 19. Einrichtung der Vereinten Nationen in der Stadt. Insgesamt arbeiten in Bonn heute mehr als 1.000 Menschen für die Vereinten Nationen (VN) – für das deutsche Klimasekretariat UNFCCC zum Beispiel oder für die United Nations University UNU. Die Arbeit der VN-Einrichtungen in Deutschland vorzustellen, ist ein weiteres Thema der Ausstellung. Während Bonn als größter VN-Standort im Bewusstsein vieler in Deutschland präsent ist, und die Tatsache, dass VN-Organisationen von ILO bis UNHCR Büros in Berlin unterhalten, wenig überrascht, sind andere Einrichtungen eher unbekannt: Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg etwa, oder die UNU-Ausgründung UNU-Flores in Dresden.

Neue Ideen gegen den Hunger

Eine der neuesten und spannendsten VN-Gründungen befindet sich in München: In einem Innovation Accelerator des UN World Food Programmes arbeiten dort seit 2016 Mitarbeiter des Ernährungsprogramms WFP in einem Büro mit Wissenschaftlern und Vertretern von Wirtschaft wie Zivilgesellschaft zusammen. In klassischer Startup-Manier arbeiten sie gemeinsam an Ideen und Lösungswegen für eine Welt ohne Hunger. Nach weniger als einem Jahr fördert der Accelerator bereits 20 WFP-Projekte weltweit – unterstützt wird die Arbeit vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Bayrischen Landesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Deutschland.de-Dossier zur VN-Stadt Bonn

Ausstellung „Die Vereinten Nationen in Deutschland im Zeichen der Agenda 2030“, Auswärtiges Amt, Berlin, bis 10. Mai 2017.

© www.deutschland.de

von Jeannette Goddar

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