Impfen gegen Corona

Hier findet ihr alle Informationen über die größte Impfkampagne der deutschen Geschichte, die Impfstoffe und Forschung zu Covid-19.

Impfzentrum in der Konzerthalle „Festhalle“ in Frankfurt.
Impfzentrum in der Konzerthalle „Festhalle“ in Frankfurt. dpa

Wie ist der aktuelle Stand der Impfungen in Deutschland?

Das Impf-Dashboard des Bundesministeriums für Gesundheit bietet einen Überblick über den Fortschritt bei den Covid-19-Impfungen in Deutschland. Unter www.impfdashboard.de können sich alle über die tägliche Zahl an Impfungen sowie den Fortschritt bei den einzelnen Zielgruppen informieren.

 

Corona

 

Wer wird geimpft?

Derzeit >wird in Deutschland mit mobilen Teams in Pflegeheimen und in den Impfzentren der Länder geimpft. Impfungen in Arztpraxen sind noch nicht möglich. Wer zählt zu den Gruppen, die zuerst eine Impfung erhalten können? Wie sieht die Reihenfolge aus?

Gruppe 1 - Höchste Priorität (nur diese Gruppe kann sich derzeit impfen lassen):

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung,  Corona-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (vor allem Hämato-Onkologie und  Transplantationsmedizin)

Gruppe 2 - Hohe Priorität:

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit  Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behinderung, nach einer Organtransplantation
  • Enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Alten-/Pflegeheimen und Heimen für geistig Behinderte
  • Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderte Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die  im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind 

Gruppe 3 - Erhöhte Priorität:

  • Über 60-Jährige
  • Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, in Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Erzieher und Lehrer
  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

Gruppe 4 - Ohne Priorität

Alle, die ein geringeres Risiko haben, einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Ihnen soll nach den priorisierten Gruppen ein Impfangebot gemacht werden.

Hilfsorganisationen unterstützen bei der Impfkampagne.
Hilfsorganisationen unterstützen bei der Impfkampagne. dpa

Wie wurden die Impfstoffe zugelassen?

Bei der Zulassung der Impfstoffe von Biontech und Moderna wurden keine Abkürzungen genommen. Professor Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, beschrieb die hohen Anforderungen an eine Zulassung und die Prüfung jeder Charge des Impfstoffes durch das Paul-Ehrlich-Institut. Studien seien mit mehreren 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in verschiedenen, gerade auch stark von Corona betroffenen Ländern durchgeführt worden. „Das ist eine gute Qualität“, so Cichutek. Beide Impfstoffe zeigten eine vergleichbare Wirksamkeit mit einem hohen Wert von etwa 95 Prozent und sind sehr gut verträglich. Impfungen sollten aber verschoben werden, wenn jemand akut krank ist und beispielsweise Fieber hat.

Was sagt die Regierung zu der Impfkampagne?

Die größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands sei gut angelaufen, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Wir können voraussichtlich im Sommer allen ein Impfangebot machen“, sagte Spahn. Dass der Impfstoff gerade weltweit ein knappes Gut ist, sei jedoch eine Tatsache, die man nicht ändern könne, so der Minister. Grund für diese Knappheit seien fehlende Produktionskapazitäten, nicht fehlende Verträge.

Die Bundesregierung tue weiterhin alles, um die Verfügbarkeit von Impfstoffen zu erhöhen. Nun komme es auch auf die Impfbereitschaft der Menschen in Deutschland an. Diese „größte Impfaktion unserer Geschichte“ sei eine Gemeinschaftsaufgabe. „Nur, wenn über das Jahr hinweg die allermeisten der Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich impfen zu lassen, können wir das Virus wirklich besiegen“, betonte Spahn.

Warum stimmt Deutschland sich mit seinen Partnern in der EU ab?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte, dass es richtig war, bei der Impfstoffbeschaffung den europäischen Weg zu gehen. „Lassen Sie mich deutlich sagen: Ja, es ist richtig, dass wir europäisch handeln.“ Die Europäische Union und Deutschland hätten die Impfstoffproduzenten zu einem Zeitpunkt unterstützt, als lange noch nicht klar war, wer einen wirkungsvollen Impfstoff entwickelt und wer dafür auch eine Zulassung bekommt. „Ohne diese Hilfe wäre der Impfstart in Deutschland und Europa kaum möglich gewesen.“

Wo steht die Forschung? Welche Impfstoffmengen erhält Deutschland?

Zwei Corona-Impfstoffe sind bereits zugelassen, weitere können im Laufe des Jahres folgen. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde am 21.12.2020 in der EU zugelassen, die Zulassung des Impfstoffes von Moderna folgte am 6.1.2021. Weitere Projekte sind in einem fortgeschrittenen Stadium. Deutschland hat sich sowohl große Mengen der beiden zugelassenen Impfstoffe als auch von aussichtsreichen Kandidaten gesichert. Eine Übersicht zum aktuellen Entwicklungsstand:  

  • Biontech/Pfizer: mindestens 60 Millionen Dosen über die EU sowie eine gesicherte Option auf weitere 30 Millionen Dosen national
    (aktueller Stand: Impfstoff zugelassen)
  • Moderna: 50,5 Millionen Dosen über die EU, zusätzlich wird hier über weitere Dosen national verhandelt
    (aktueller Stand: Impfstoff zugelassen)
  • AstraZeneca: 56 Millionen Dosen über die EU
    (aktueller Stand: Impfstoff zugelassen)
  • Johnson&Johnson (Entwickler: Tochterfirma Janssen): 37 Millionen Dosen über die EU
    (aktueller Stand: erste Datenpakete der zulassungsrelevanten Phase-Drei-Studie in der Überprüfung der EMA; noch kein Zulassungsantrag gestellt)
  • CureVac: mindestens 42 Millionen Dosen über die EU sowie eine Option auf 20 Millionen Dosen national
    (aktueller Stand: zulassungsrelevanten Phase-Drei-Studie im Dezember gestartet; noch keine Überprüfung durch die EMA)

Im Auftrag der Mitgliedstaaten hat die EU-Kommission zentral Verträge mit Herstellern geschlossen.  In Zeiten der weltweiten Pandemie verhindern nationale Alleingänge wirkungsvollen Gesundheitsschutz. „Wir haben ganz bewusst ein gemeinsames Vorgehen mit den Partnern in der Europäischen Union gewählt“, betont Regierungssprecher Steffen Seibert.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA bietet einen umfassen Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand einer ganzen Reihe von Corona-Impfstoffen (in Englisch). Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden derzeit weltweit 63 mögliche Impfstoffe in klinischen Studien an Freiwilligen getestet. Auch die WHO hat eine Übersicht erstellt.

Impfstoffe werden in speziellen Kühlschränken gelagert.
Impfstoffe werden in speziellen Kühlschränken gelagert. dpa

Wie fördert Deutschland die Forschung?

Impfungen sind der Schlüssel zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Deshalb hatte die Bunderegierung 2020 die nationale und internationale Entwicklung von Impfstoffen mit mehr als einer Milliarde Euro gefördert.  „Wir brauchen zur Überwindung der Pandemie wirksame und verfügbare Impfstoffe, aber genauso auch wirksame und verfügbare Arzneimittel zur Behandlung schon erkrankter Menschen“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek über die Förderbekanntmachung zur Entwicklung von Medikamenten und anderen Therapeutika gegen COVID-19.

In einer ersten Stufe hatte das Bundesforschungsministerium im März 2020 ein Programm zur Grundlagenforschung aufgelegt. Im Mittelpunkt stand die Untersuchung des Covid-19-Erregers sowie die Wirksamkeit bereits vorhandener und zugelassener Medikamente.

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