Multimedia-Schau zur Energiewende

Eine Ausstellung zeichnet den weiten Weg zur Energiewende nach und macht deutlich, wie sie den Alltag in Deutschland verändert.

Auswärtiges Amt/Torsten Silz

Das Brausen des Windes, dazu ein leises „Flap-flap-flap“: Die Reise auf den Spuren der Energiewende beginnt mit einem Schritt in die „Sounddusche“. Geräusche und ein Lufthauch vermitteln eine Ahnung davon, wie es sich anfühlt, oben auf einem Windrad zu stehen. Energiewende für die Sinne.

Nun werden die Wenigsten jemals auf die Spitze einer solchen Anlage klettern – die Erneuerbare Energie aber, die Windräder erzeugen, prägen inzwischen das Leben vieler Menschen in Deutschland. Was die Energiewende für den Bürger bedeutet und wie sie den Alltag verändert – darum geht es in der multimedialen Themenschau „Deutschlands Energiewende“ des Auswärtigen Amts. Außenminister Frank-Walter Steinmeier eröffnete sie Anfang April in Peking und schickte sie damit auf eine Tour um die Welt. Bis zum 4. Mai ist sie nun in Frankfurt am Main zu sehen. Mehr als 3.500 Finanzexperten, Politiker und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen nehmen dort an der Tagung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) teil und tauschen sich dabei auch über innovative Lösungen für bessere Lebensbedingungen weltweit aus. Weitere Stationen der Ausstellung sind Kapstadt, San Francisco und Mexiko-Stadt.

Der Zeitstrahl beginnt schon Anfang der 1970er-Jahre

Die internationale Strahlkraft der Energiewende spielt in der Ausstellung dementsprechend eine wichtige Rolle. So erfährt der Besucher, dass viele Länder weltweit Erneuerbare Energien ausbauen wollen und dabei bereits deutliche Fortschritte erzielt haben. 147 Staaten sind Mitglied der von Deutschland maßgeblich mit ins Leben gerufenen International Renewable Energy Agency (IRENA).

Zugleich lässt die Ausstellung keinen Zweifel daran, dass die Umstellung des Energiesystems ein ehrgeiziges politisches und technisches Projekt ist – und auch in Deutschland nicht über Nacht gelang. Der Zeitstrahl, der die Besucher durch die Ausstellung führt, beginnt bereits 1971: mit dem ersten Umweltprogramm der Bundesregierung. Auch häufig gehörte Bedenken gegenüber der Energiewende greift die Ausstellung auf und ordnet sie ein. Ist die Energiewende nicht zu teuer? Wird sie Jobs kosten? Kann sie auch in Ländern gelingen, deren Wirtschaft weniger stark ist?

Wer mag, testet sein neu erworbenes Wissen am Ende des Rundgangs mit einem Quiz, gibt per Touchscreen Feedback zur Ausstellung – oder blickt voraus ins Jahr 2050. Ein Film zeigt, wie der Alltag einer dreiköpfigen Familie dann aussehen könnte: Der Schulbus des Sohnes fährt mit Wasserstoffantrieb und für das Elektroauto der Eltern gibt es vor der Haustür ebenso eine Aufladestation wie am Arbeitsplatz. Wenn abends alle heimkehren, hat die Waschmaschine schon die Kleidung vom Vortag gereinigt – weil sie sich automatisch einschaltet, wenn gerade besonders viel Sonnenenergie zur Verfügung steht. Zukunftsmusik, die schon ganz nah klingt.

Interview mit Energie-Experten Ernst Peter Fischer: "Wandel zu nachhaltiger Energieversorgung ist nicht aufzuhalten"

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