Deutschland und „Fukushima“

Vor fünf Jahren zerstörte ein Tsunami das japanische Atomkraftwerk Fukushima – Deutschland reagierte mit der Energiewende.

dpa/Abc Tv - energy turnaround

Am 11. März 2011 bebte vor der japanischen Hauptinsel Honshu der Meeresboden. Eine halbe Stunde später traf ein Tsunami die Insel und zerstörte das Kernkraftwerk Fukushima an der Küste. Kernschmelzen und Explosionen waren die Folge. Natur und Menschen wurden verstrahlt.

In den Tagen danach begann in Deutschland das politische Umdenken. Zunächst ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel sieben der ältesten Atomkraftwerke sofort vom Netz gehen. Später folgt die Wende in der Energiepolitik. Die Bundeskanzlerin ruft die Energiewende aus. Bis zum Jahr 2022 sollen alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, die Energie aus erneuerbaren Quellen kommen. Eine riesige Herausforderung, die auf breite Zustimmung trifft.

Die Energiewende liegt über Plan

Nach vorläufigen Schätzungen haben die Erneuerbaren Energien im Jahr 2015 bereits 33 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Die Windenergie war im Dezember 2015 erstmals die wichtigste Energiequelle zur Stromerzeugung – vor Kernenergie, Steinkohle und Braunkohle. Die Zustimmung der Bundesbürger ist ungebrochen. Nach einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2015 befürworten 92 Prozent die Energiewende, 49 Prozent sehen aber auch Korrekturbedarf. Tatsächlich fehlen zum Beispiel noch Infrastrukturen und technische Lösungen zur Weiterleitung und Speicherung des Stroms. Aber die Wende liegt über Plan.

In Japan beteiligt sich derweil ein deutsches Unternehmen an den Planungen zum Rückbau des Kernkraftwerks Fukushima. Im Januar 2016 hat Nukem Technologies aus Alzenau einen Auftrag zur Erstellung von vier Machbarkeitsstudien erhalten. Sie sind Teil des nationalen F&E-Projekts, das die japanische Regierung gestartet hat, um geeignete Technologien für den Rückbau der zerstörten Reaktoren in Fukushima zu entwickeln.

www.nukemtechnologies.com

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