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20 Jahre Chinesisch-Deutsches Hochschulkolleg: Was das ehrgeizige akademische Projekt so erfolgreich macht.

20 Jahre CDHK: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Festveranstaltung
20 Jahre CDHK: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Festveranstaltung DAAD/Sebastian Schobbert

Vor 20 Jahren wurde mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg (CDHK) als Gemeinschaftseinrichtung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Tongji-Universität in Shanghai errichtet. Das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg gilt als eines der ambitioniertesten deutschen Hochschulprojekte in China und hat den Auftrag, kompetente Führungskräfte auszubilden, die mit beiden Kulturen vertraut sind. Jährlich schließen derzeit über 100 Studierende ihr Studium am CDHK ab. Seit Gründung hat es über 1.500 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht, die auf erfolgreiche Karrieren in deutschen und chinesischen Unternehmen blicken können.

Heute, 20 Jahre nach der Gründung des Kollegs, haben wir sehr viel erreicht. Mit Pioniergeist nehmen wir neue Ziele in den Blick.

Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt

Auf einer Festveranstaltung Mitte Mai 2018 im Architekturforum der Technischen Universität Berlin sowie bei einem Empfang in der Chinesischen Botschaft würdigten hochrangige Vertreter aus Deutschland und China das Projekt. „Aufgrund der sich intensivierenden deutsch-chinesischen Wirtschaftsaktivitäten wächst auch der Bedarf an Führungskräften, denen beide Kulturen vertraut sind und die zugleich über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen“, sagte DAAD-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel. „Heute, 20 Jahre nach der Gründung des Kollegs, haben wir sehr viel erreicht. Mit Pioniergeist nehmen wir neue Ziele in den Blick: die Einführung neuer Studiengänge, der Ausbau der China-Kompetenz für deutsche Studierende oder die Intensivierung der Zusammenarbeit mit anderen Tongji-Fakultäten. So wollen wir weiterhin eine führende Rolle bei deutsch-chinesischen Hochschulkooperationen spielen“, sagte Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt.

Praxis- und industrienah

Zentrale Aufgabe des CDHK ist es, zweisprachige Aufbaustudiengänge umzusetzen. Chinesische Bachelor-Absolventen können in zwei bis drei Jahren in den Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik sowie Wirtschaftswissenschaften Doppelmasterabschlüsse erwerben. Die Lehrpläne lehnen sich an deutsche Curricula an und sind praxis- und industrienah konzipiert. Das CDHK-Projekt wurde von Anfang an in enger Zusammenarbeit mit deutschen Partneruniversitäten realisiert. Die TU München kooperiert mit der CDHK-Fakultät Elektrotechnik, die Ruhr-Universität Bochum mit der Fakultät Maschinenbau, die TU Braunschweig mit der CDHK-Fakultät Fahrzeugtechnik und die TU Berlin mit der Fakultät Wirtschaftswissenschaften.

Chinakompetenz für Deutsche

Der Ausbau der Kooperation mit den deutschen Partnerhochschulen und die zunehmende Internationalisierung im Hochschulbereich führten zu der Überlegung, das CDHK-Konzept um eine Perspektive für deutsche Studierende zu erweitern. Dabei wird der Wunsch, den Austausch in Richtung China zu verstärken, sowohl von den Partneruniversitäten als auch von der Tongji selbst getragen. 2017 waren am CDHK 115 deutsche Studierende eingeschrieben, von denen 79 ein Austauschsemester absolvierten und 30 Teilnehmer eines Doppelmasterprogramms waren (plus 6 Selbstzahler). Im Wintersemester 2014/2015 kam das fächerübergreifende Modul „Chinakompetenz für Deutsche“ hinzu, welches das Fachstudium um Elemente der Chinakunde erweitert, eine umfassendere China-Bildung vermittelt und durch gemeinsame Aktivitäten den Austausch zwischen deutschen und chinesischen Studierenden fördert.

Zentraler Baustein des CDHK-Konzeptes ist die Zusammenarbeit mit der deutschen und zunehmend auch der chinesischen Wirtschaft. Durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren übernehmen Unternehmen beider Länder einen Großteil der finanziellen Lasten für die Lehrstühle.

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