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Die Rückkehr einer kleinen Maus mit großen Füßen

Kim BergKim Berg, 13.01.2026
Comeback der Diddl-Maus
© Fazit/picture-alliance/ dpa | Depesche Verlag

Es beginnt unscheinbar: ein Block, Pastellfarben, ein leichter Geruch nach Vanille. Und plötzlich ist sie wieder da: die Diddl-Maus. Eine Figur, von der man sicher war, dass sie gemeinsam mit Tamagotchis, Monchichis und dem Crazy Frog endgültig verschwunden sei. Offenbar nicht, denn nun feiert sie ihr Comeback. 

Die Kultmaus wurde 1990 von einem Grafiker in Deutschland erfunden – zunächst nicht als Maus, sondern als Känguru. Erst später bekam sie die großen Ohren und die riesigen Füße. Berühmt wurde Diddl durch Papier. Durch Notizblöcke, um genau zu sein: mit kleinen, herausreißbaren Blättern mit unterschiedlichen Motiven, die man nicht einfach benutzte, sondern tauschte. Auf Schulhöfen, in Pausen und mit einer Ernsthaftigkeit, die man sonst nur von internationalen Börsenplätzen kennt.

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Denn Diddl-Blätter waren eine Währung. Wer nur Standardmotive hatte, war arm. Wer Sondereditionen besaß – mit Duft oder Glitzerverzierungen – war reich. Getauscht wurde nach ungeschriebenen, aber dennoch strengen Regeln: Ein Vanilleblatt gegen zwei normale? Möglich. Ein seltener Druck gegen ein eingerissenes Exemplar? Unverschämt! Diddl war mehr als eine Maus. Sie war eine frühe Schulung in Marktwirtschaft. Doch es blieb nicht bei Papier: Auch Plüschfiguren, Sammelordner, Federmäppchen oder Tassen gehörten zum Portfolio. 

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Heute taucht Diddl wieder auf. Zuerst in Frankreich und Belgien, wo Erwachsene die Produkte sammeln, die sie früher selbst getauscht haben. Die Nachfrage ist riesig. In Deutschland ist die Rückkehr für 2026 angekündigt. Ob die Maus dann noch einmal denselben Stellenwert bekommt wie früher, ist offen. Aber manche Dinge sind wohl zu wertvoll, um einfach zu verschwinden – zum Beispiel Reibe-Duft-Blöcke mit dem Aufdruck von Diddls Freundin Diddlina.