Afrika-Gipfel in Berlin

Ein Treffen mit elf afrikanischen Staats- und Regierungschefs soll private Investitionen ankurbeln.

Afrika-Gipfel in Berlin
dpa

Berlin (dpa) – Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Förderung privater Investitionen in Afrika weiter verstärken. Bei einer Wirtschaftskonferenz in Berlin versprach sie am Dienstag zusätzliche Mittel, um deutsche Unternehmen gegen politische Risiken und mangelnde Zahlungsmoral abzusichern. Zudem sollen über die Gründung eines Fonds gezielt Investitionen kleiner und mittlerer europäischer und afrikanischer Unternehmen mit Beteiligungen und Darlehen unterstützt werden. Zum Maßnahmenpaket Merkels zählen auch weitere Abkommen zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung von Unternehmen.

«Wir wollen hier heute gemeinsam ein deutliches Signal setzen, nämlich dass uns an einer guten und gewinnbringenden Nachbarschaft zwischen Afrika und Europa gelegen ist», sagte die Kanzlerin vor Unternehmern und afrikanischen Staatschefs. Sie hatte schon während der deutschen G20-Präsidentschaft im vergangenen Jahr eine Initiative für stärkere Investitionen in Afrika gestartet. Dazu gehören sogenannte Reformpartnerschaften, bei denen Hilfsmittel nur bei Erfüllung bestimmter Reformversprechen gezahlt werden.

Dafür hat die Bundesregierung bisher 365 Millionen Euro bereitgestellt. Wie viele neue Mittel nun hinzu kommen, sagte Merkel zunächst nicht. Der Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing, begrüßte das Maßnahmenpaket Merkels. Es sei «beinahe eine historische Ankündigung», sagte er. «Wir haben jetzt die Basis, dass wir loslegen können.» Für 2018 erwarte die deutsche Wirtschaft Investitionsentscheidungen von einer Milliarde Euro für Afrika. Wenn man daraus zwei oder drei Milliarden machen wolle, müsse vor allem der Mittelstand gefördert werden, betonte Liebing.

Vor dem Afrika-Gipfel in Berlin hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bereits zu stärkerem wirtschaftlichem Engagement auf dem Nachbarkontinent Europas aufgerufen. Vor allem für junge Menschen müssten die Lebensperspektiven in ihren Heimatländern verbessert werden, damit sie sich nicht auf den Weg nach Europa machen, sagte Steinmeier laut vorab verbreitetem Redetext am Montag bei einem Abendessen für die Gipfelteilnehmer im Schloss Bellevue. «Europa kann sich nicht als Festung abschotten. Für die afrikanischen Länder kann es aber auch keine Lösung sein, wenn Menschen in großer Zahl und auf lebensgefährlichen Wegen den Kontinent verlassen, um in Europa Arbeit und ein besseres Leben zu finden.»