Künstler setzen Friedenszeichen

Eine Ausstellung im Berliner Reichstagsgebäude zeigt Werke von Künstlern aus 31 Weltkriegsländern.

Künstler setzen Friedenszeichen
dpa

Berlin (dpa) - 31 Künstler aus den 31 am Ersten Weltkrieg beteiligten Staaten haben ein ungewöhnliches Zeichen für den Frieden gesetzt. Aus 31 jeweils gleich großen Eichenholzquadern aus einem umkämpften Frontabschnitt im Elsass schufen sie unterschiedlichste Werke, die zu Toleranz und Mitmenschlichkeit mahnen.

Die Arbeiten sind von Samstag an in einer Ausstellung im Bundestag zu sehen und sollen später im UN-Hauptquartier in New York gezeigt werden. Beteiligt haben sich unter anderem Monica Bonvicini (Italien), Tony Cragg (Großbritannien), Fiona Hall (Australien), Anish Kapoor (Indien), Kiki Smith (USA) und Günther Uecker (Deutschland).

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sagte am Mittwoch bei einer Vernissage im Vorfeld der parlamentarischen Gedenkstunde zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren: «Da sind sich die Demokratie und der Friede ähnlich: Sie sind zerbrechlich, angreifbar, auch im 21. Jahrhundert vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt - insbesondere dann, wenn ihnen diejenigen abhandenkommen, die beides aktiv pflegen.»

Initiator des ungewöhnlichen Projekts ist der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb. «Die Vielfalt an Ausdrucksformen war uns bei der Künstlerauswahl wichtig», sagt Kurator Mattijs Visser.

So übergießt der österreichische Künstler Hermann Nitsch seinen Holzblock mit roter Farbe, der Neuseeländer David McCracken verarbeitet ihn zu Holzwolle und legt eine bombenförmige Skulptur darauf. Und die italienische Künstlerin Monica Bonvicini nutzt ihn symbolisch, um Ketten zu sprengen.

Die Ausstellung «1914/1918 - Not Then, Not Now, Not Ever» (Damals nicht, jetzt nicht, niemals!) ist vom 10. November bis zum 6. Januar im Reichstagsgebäude zu sehen. Eine Besichtigung ist nur mit Führung möglich (www.art-culture-international.de).