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Münchner Startup testet Hyperschallrakete

Hyperschallraketen könnten die militärischen Kräfteverhältnisse ändern. Ein Münchner Startup hat in aller Verschwiegenheit eine europäische Rakete getestet.

11.02.2026
Eine Person steht auf einem Hügel einer Schneelandschaft und blickt auf einen Raketenstart.
© Hypersonica

München (dpa) - Ein deutsch-britisches Startup hat eine europäische Hyperschallrakete entwickelt und erstmals getestet. Der ohne Sprengkörper ausgerüstete Prototyp HS1 startete am 3. Februar vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya und erreichte eine Geschwindigkeit von Mach 6, wie das 2023 gegründete Unternehmen Hypersonica mitteilte. Das entspricht mehr als 7.400 Kilometern pro Stunde. Die Rakete flog demnach 300 Kilometer weit. Bis 2029 soll der Flugkörper serienreif sein.

Mit dem Testflug überrascht Hypersonica. Bisher verfügen nur sehr wenige Staaten - darunter China, Russland und die USA - über Hyperschallraketen oder entwickeln diese. Die Hypersonica-Rakete ist nach Unternehmensangaben mehrere Meter lang und wiegt über eine Tonne. Technische Details machte das Unternehmen nicht publik. Hauptsitz von Hypersonica ist München, eine Tochtergesellschaft sitzt in London.

Russland hat nach Angaben Moskaus im Ukraine-Krieg Hyperschallraketen eingesetzt, die wegen ihrer extrem hohen Geschwindigkeit sehr schwer abzufangen sind. 

Angesichts der europäischen Zweifel an der Verlässlichkeit der USA unter der Regierung von Präsident Donald Trump wollen die Hypersonica-Gründer Europa bis 2029 „die erste souveräne Hyperschall-Fähigkeit“ zur Verfügung stellen.