Neue Leitlinien für digitale Souveränität
Mit gemeinsamen Kriterien wollen Deutschland und Frankreich Europas Abhängigkeit von ausländischen Tech-Anbietern verringern.
Paris (d.de) – Deutschland und Frankreich haben eine gemeinsame Definition digitaler Souveränität vorgelegt. Ziel ist es, Europas technologische Abhängigkeiten zu reduzieren und europäische Lösungen zu stärken. Die Kriterien sollen in die künftige EU-Digitalpolitik einfließen.
„Unsere digitale Souveränität zu stärken und technologische Abhängigkeiten zu reduzieren, ist das geopolitische Gebot der Stunde“, sagte Digitalminister Karsten Wildberger. Europa müsse Kräfte bündeln, um heimische Start-ups zu stärken und global wettbewerbsfähige Unternehmen aufzubauen.
Konkret setzen Deutschland und Frankreich unter anderem auf digitale Angebote von Anbietern aus der EU oder vertrauenswürdigen Partnerstaaten, den stärkeren Einsatz von Open-Source-Lösungen und modularen Architekturen, um die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu verringern. Zudem sollen eigene Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste ausgebaut sowie kritische digitale Abhängigkeiten systematisch bewertet werden.
Erste Beispiele dafür gebe es bereits: „Die Partnerschaft zwischen SAP und Mistral AI zeigt, dass eine europäische souveräne künstliche Intelligenz den Bedürfnissen von Verwaltungen und Unternehmen gerecht werden kann“, sagte Frankreichs Digitalministerin Anne Le Hénanff. Die deutsch-französische Zusammenarbeit sei entscheidend, um Europa bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz voranzubringen.