Wie Deutschland singt: Die große Vielfalt der Chöre
Gemeinsames Singen hat in Deutschland Tradition – und Zukunft. Wie Chormusik auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert.
Deutschland ist ein Chorland: Rund fünf Millionen Menschen singen regelmäßig gemeinsam. Damit ist der Chorgesang gleichauf mit anderen „typisch deutschen“ Hobbys wie Fußball oder Grillen. Vom Kinderchor bis zum Seniorenensemble, von der Kirche bis zur Kneipe: Wenn irgendwo mehr als drei Leute zusammenstehen, ist die Wahrscheinlichkeit nicht allzu gering, dass gleich mehrstimmig eingesetzt wird. Kein Wunder, denn Singen löst nachweislich Glücksgefühle aus, baut Stress ab und fördert den Gemeinsinn.
Vokale Vielfalt
Der Chor hat in Deutschland eine lange Geschichte, man denke nur an Johann Sebastian Bach, seine Passionen und Oratorien. Auch heute ist das gemeinsame Singen nicht nur sehr beliebt, sondern auch vielfältig: Vom klassischen Männer- oder Frauengesangsverein über Betriebschöre bis zum queeren Ensemble, vom Seemannschor über Pop- und Jazzchöre bis zu A-cappella-Gruppen mit Beatbox-Elementen.
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Einverständniserklärung öffnenIn Deutschland singen über 60.000 Amateur-Chöre regelmäßig. Wobei der Zusatz „Amateur“ ein falsches Bild vermitteln könnte. Denn manche Laiengruppen unterscheiden sich qualitativ kaum von Profis. Sie sind wichtiger Teil der deutschen Musikszene und erreichen teils ein großes Publikum. Und: Chormusik in deutschen Amateurchören zählt seit 2014 sogar zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Die Liste der professionellen Ensembles ist lang – und sie sind erfolgreich. Der Rundfunkchor Berlin gastiert regelmäßig in Metropolen wie New York, Tokio oder London. Auch im Film sind deutsche Chöre präsent. Ein Beispiel: Der Kinderchor der Dresdner Philharmonie steuerte seinen charakteristischen Klang zur Filmmusik des Oscar-prämierten Films Der Vorleser bei. Auch für Serienproduktionen wie Babylon Berlin wurden Passagen mit deutschen Chören aufgenommen. Daneben prägen traditionsreiche Knabenchöre die deutsche Musiklandschaft – etwa die Thomaner aus Leipzig, die seit dem 13. Jahrhundert bestehen, oder die Regensburger Domspatzen, deren Wurzeln bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen.
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Einverständniserklärung öffnenAußerdem ist deutsche Chormusik längst im Social-Media-Zeitalter angekommen. Die „German Gents“ etwa covern internationale Hits und erzielen so Millionen von Klicks.
World Choir Games: Internationales Wettsingen
Man könnte also sagen: Chorsingen ist in Deutschland Volkssport. Aber nicht nur dort: Bei den „World Choir Games“ gilt das wortwörtlich. Das größte Chorfestival der Welt wurde von dem Deutschen Günter Titsch ins Leben gerufen und findet seit 2000 alle zwei Jahre in einem anderen Land statt, im August 2026 in Schweden. Wenn tausende Sängerinnen und Sänger aus aller Welt zusammenkommen, wird klar, was Chöre können: Brücken bauen, Stimmen vereinen und Menschen zusammenbringen. In einer Welt, in der ständig von Polarisierung und Spaltung die Rede ist, kann man so vielleicht ein wenig Harmonie herbeisingen.
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