Jazz in Deutschland

Zahlreiche Veranstaltungen erinnern am Internationalen Tag des Jazz an die Bedeutung dieser Musikrichtung.

dpa/Eventpress Herrmann - Till Brönner

„Einer, der den Swing in sich hat, kann nicht mehr im Gleichschritt marschieren“. Das ist eine der Kernbotschaften von Heinz Jakob „Coco“ Schumann. Der heute 91-jährige Berliner Musiker mit jüdischen Wurzeln überlebte als Jazzmusiker einer Lagerband mit dem Namen „Ghetto-Swingers“ die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. Auch um über die Wurzeln, seine Bedeutung und seine Zukunft nachzudenken, hatte die Unesco im Jahr 2011 den 30. April zum Internationalen Tag des Jazz ausgerufen. So werden in diesem Jahr in mehr als 190 Ländern auf allen Kontinenten Geschichte, Gegenwart und Zukunft  des Jazz mit Konzerten und Performances gefeiert.

„Die subversive Kraft des Jazz“

Auch in Deutschland gibt es viele Veranstaltungen, um die Aufmerksamkeit auf diese bedeutende Musikrichtung zu lenken. Im Saarland zum Beispiel spielen drei deutsche Musiker um den Posaunisten Christof Thewes und erinnern an „die subversive Kraft des Jazz“. Sie widmen ihren Auftritt dem 2005 verstorbenen Frankfurter Jazz-Posaunisten Albert Mangelsdorff.  Er und sein 86-jähriger Bruder Emil (Saxophon) haben jahrzehntelang die deutsche Jazz-Szene geprägt. Vor allem aber haben sie auch als Zeitzeugen in Schulen darüber berichtet, wie sie während der NS-Diktatur von der Gestapo schikaniert und inhaftiert wurden, weil sie der verbotenen Swing-Jugend angehörten.

Der aktuell bekannteste und erfolgreichste deutsche Jazzmusiker ist wohl Till Brönner (44). Der Trompeter hat an der für seine Jazz-Ausbildung renommierten Hochschule für Musik in Köln studiert und spielte schon in jungen Jahren mit internationalen Größen wie Dave Brubeck. Er arbeitet auch als Sänger, Komponist und Arrangeur, hat etwa eine CD mit Carla Bruni, der Frau des ehemaligen französischen Präsidenten Nikolas Sarkozy, aufgenommen. Brönner ist Professor an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und war populäres Jurymitglied einer deutschen  Fernsehshow. Er lebt in Berlin und Los Angeles, hat bereits fünf Echos gewonnen und war für einen Grammy nominiert.

Internationaler Tag des Jazz am 30. April 2016

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