Auftakt für Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Kulturstaatsministerin Monika Grütters leitet das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste, die erste Adresse für alle, die nach und über Raubkunst forschen.

dpa/Eventpress Mueller-Stauffenberg - Monika Grütters
Es war der spektakuläre Fall von Cornelius Gurlitt, der das Thema NS-Raubkunst Ende 2013 in die Schlagzeilen katapultierte. Damals waren in der Münchner Wohnung des inzwischen verstorbenen Kunsthändlererbes Hunderte wertvolle Bilder unter anderem von Picasso, Chagall und Matisse gefunden worden. Die Herkunft der Kunstwerke war unklar. In Einzelfällen hat sich der Verdacht auf NS-Raubkunst mittlerweile bestätigt. Gurlitts Vater, Hildebrand Gurlitt, hatte zu den zentralen Figuren des Kunsthandels während des NS-Regimes gehört. Vor allem von jüdischen Sammlern hatten die Nationalsozialisten Tausende Gemälde, Skulpturen und andere Kulturgüter geraubt. 
 

Staatlich organisierter Kunstraub der Nazis
 

Deutschland hatte sich in den vergangenen Jahren unter anderem mit der Datenbank „Lost Art“ an der Suche nach Kunstwerken eingesetzt, systematisch war dieser größte Kunstraub des 20. Jahrhunderts jedoch nicht aufgeklärt worden. Für Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste ein weiterer „Schritt auf dem Weg der Aufarbeitung des staatlich organisierten Kunstraubes während der NS-Terrorherrschaft“.  Das Zentrum wird von einer Stiftung getragen, Monika Grütters hat die Leitung des Stiftungsrats übernommen.  Deutschland könne nicht zulassen, so die Ministerin, dass sich Kunstwerke unter NS-Raubgutverdacht weiterhin unerkannt in den Beständen von Museen, Archiven und Bibliotheken befänden. Das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste, das im Januar 2015 mit seiner Arbeit begonnen hat, soll öffentliche Einrichtungen bei der Suche nach NS-Raubkunst beraten und unterstützen. Für Privatsammler und Privatmuseen soll ein Angebot entwickelt werden. Mit dem von einer Stiftung getragenen  Zentrum in Magdeburg will die Bundesregierung die Provenienzforschung (Herkunftsforschung) weiter ausbauen. Es soll national und international der zentrale Ansprechpartner in Deutschland für alle Fragen der sogenannten Washingtoner Prinzipien von 1998 sein – und auch der deutschen Gemeinsamen Erklärung von 1999. In beiden Abkommen hatten sich Deutschland und weitere Staaten dazu verpflichtet, Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt oder geraubt wurden, zu identifizieren und an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. 
 
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