Für eine barrierefreie Welt

Der Berliner Verein „Sozialhelden“ setzt sich für öffentliche Orte ohne Hindernisse ein.

dpa/blickwinkel - Wheelmap

Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gestaltet sich der Alltag manchmal schwierig. U-Bahn-Stationen ohne Aufzug, Stufen vor Restaurants und Cafés, zu enge Gänge im Supermarkt. Und viel zu selten gibt es rollstuhlgerechte Toiletten. Der gemeinnützige Verein „Sozialhelden“ aus Berlin hat sich der Problematik bereits vor fünf Jahren angenommen und mit wheelmap.org eine digitale Karte für rollstuhlgerechte Orte entwickelt. Die Anwendung ist als kostenlose App für Smartphones in 22 Sprachen verfügbar. Bis heute wurden rund 600.000 öffentliche Orte bewertet, zwei Drittel davon befinden sich in Deutschland.

 

„MapMyDay“ am 3. Dezember

 

„Wir sind stolz, dass mittlerweile so viele Menschen die Wheelmap nutzen“, sagt Jonas Deister, Geschäftsführer der „Sozialhelden“. „Je mehr Menschen ihr Wissen mit anderen teilen, desto mehr profitieren davon." Um das Bewusstsein für die Barrieren im Alltag zu stärken, ruft der Verein gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einem besonderen Mapping-Event auf: Am 3. Dezember 2015, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, startet die weltweite Kampagne „MapMyDay“, die sich auch an Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Gehhilfe oder Rollator wendet. Mit Hilfe der Wheelmap können alle Menschen ihr Wissen zu rollstuhlgerechten Orten teilen. Und das geht ganz einfach: die App herunterladen, den gewünschten Ort auswählen und zwischen „voll, teilweise oder gar nicht rollstuhlgerecht“ auswählen.

 

„Die ein oder andere negative Bewertung hat durchaus schon etwas bewirkt“, berichtet Deister. „Im Rahmen einer Spendenaktion haben wir 400 mobile Rampen an nicht rollstuhlgerechte Läden, Cafés und Restaurants verschenkt. Vielen anderen Geschäftsinhabern gefiel das und sie schafften sich ebenfalls eine Rampe an.“ Mittlerweile kommen sogar Bestellungen aus Österreich und der Schweiz. Besonders erfreut die Macher der Wheelmap das Engagement junger Leute. Im baden-württembergischen Böblingen haben sich zum Beispiel 30 Schulen zusammengefunden, um im Laufe eines Jahres alle wichtigen Orte ihrer Stadt zu „mappen“. „Ganz gleich, ob allein oder in der Gruppe, mit ‚MapMyDay‘ wollen wir die Menschen weltweit dazu animieren, ein Teil dieser Bewegung zu werden und aktiv etwas zu verändern“, sagt Jonas Deister.

 

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember 2015

 

www.wheelmap.org
www.mapmyday.org/de
https://www.facebook.com/mapmyday/
http://sozialhelden.de/

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