Zwischen Skepsis und Optimismus

Was junge Menschen in Deutschland und anderen Ländern Europas bewegt – Ergebnisse der europaweiten Studie „Generation What“.

picture alliance/McPHOTO - Generation What

Wohnst du noch bei deinen Eltern? Könntest du ohne das Recht zu wählen glücklich sein? Was bedeutet es für dich, eine Beziehung zu haben? Diese und fast 150 weitere Fragen haben mehr als 900.000 Teilnehmer aus ganz Europa in den vergangenen Monaten im Internet beantwortet. Die Untersuchung „Generation What“  ist damit die größte europaweite Jugendstudie, die es je gab.

In der Umfrage unter 18- bis 34-Jährigen ging es um alle Bereiche des Lebens: Bildung und Beruf, Medien und Politik, Familie und Freundschaft. Europäische Radio- und Fernsehsender hatten die Studie initiiert, unter anderem beteiligten sich das ZDF und der Bayerische Rundfunk. Das Sinus-Institut wertete die Antworten der Teilnehmer aus Deutschland aus.  

Für Vielfalt, gegen Nationalismus

Einige der wesentlichen Ergebnisse: Junge Menschen in Deutschland sind mit vielem unzufrieden. Vor allem der Politik bringen sie nur wenig Vertrauen entgegen. Zudem findet nur jeder Vierte, dass das Bildungssystem Jugendliche gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Trotzdem blickt die Mehrheit optimistisch in die Zukunft. Wie passt das zusammen? Die jungen Menschen seien nun mal krisenerprobt, so die Erklärung der Forscher vom Sinus-Institut.

Zuletzt stellte die Flüchtlingskrise die Gesellschaft vor Herausforderungen. Das habe bei den jungen Menschen in Deutschland allerdings nicht zu einer Ablehnung von Vielfalt geführt. Sie begrüßen mehrheitlich die Idee einer multikulturellen Gesellschaft und lehnen Nationalismus ab. Fast vier von fünf Befragten fühlen sich als Europäer. Die EU ist in ihren Augen nützlich für Deutschland, Antworten auf die großen Fragen der Zukunft biete sie aber nicht.

In anderen Ländern ist der Glaube an das Modell Europa stärker, besonders begeistert sind die jungen Studienteilnehmer aus Schweden, Norwegen und Dänemark. Sie halten Europa mehrheitlich für „das einzig wahre Projekt für die Zukunft“. Für Jugendliche in Belarus, Polen, Kroatien, der Schweiz und der Türkei dagegen ist Europa „nicht mehr als der Name eines Kontinents“. Absolut einig sind sich die Befragten europaweit, wenn es um ihr bevorzugtes Lebensmodell für die Zukunft geht: In allen Ländern sieht sich eine Mehrzahl künftig als „verheiratet oder in einer eingetragenen Partnerschaft“. Eine kollektive Absage erhält dagegen die Kirche. „Könntest du ohne den Glauben an (einen) Gott glücklich sein?“ – diese Frage beantworten die Jugendlichen überall mehrheitlich mit „Ja“.

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