Online-Einkauf um die Ecke

Im Internet einkaufen und trotzdem die kleinen Läden in der Nachbarschaft unterstützen? Das „Kiezkaufhaus“ macht’s möglich.

Kiezkaufhaus
Kiezkaufhaus

Deutschland. Die Deutschen kaufen gerne online ein: 96 Prozent haben 2016 etwas im Internet bestellt oder gebucht. Jeder sechste gab bei einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom sogar an, jede Woche einmal oder mehrmals online zu shoppen. Fast genauso verbreitet wie der Einkauf im Internet ist allerdings das Bedauern darüber, dass kleine Geschäfte unter dieser Entwicklung leiden. Ganz oft hört man: „Ich würde ja gerne die Läden in meinem Viertel unterstützen, aber…“ Die darauf folgenden Begründungen sind unterschiedlich: Bequemlichkeit, eingeschränkte Öffnungszeiten, begrenzte Auswahl. 

Das „Eigentlich-würde-ich-ja-gern“-Phänomen beobachtete auch eine Gruppe junger Leute aus Wiesbaden in ihrem Umfeld. Sie störte zudem der immense Schaden für die Umwelt, der durch die vielen Paketlieferungen in Deutschland entsteht – zumal ein Großteil wieder zurückgeschickt wird: weil den Kunden das Bestellte dann doch nicht gefällt oder weil sie gleich mehrere Teile zur Auswahl geordert haben. So entstand das „Kiezkaufhaus Wiesbaden“. Über die Online-Plattform können Nutzer Produkte von Geschäften aus der ganzen Stadt bestellen. Ausgeliefert werden sie umweltfreundlich mit Lastenfahrrädern.

Bücher, Spielzeug, Lebensmittel

Rund 30 Läden machen mit. Auf www.kiezkaufhaus.de bieten sie ihre Waren an: Lebensmittel, Feinkost, Bücher, Schreibwaren, Blumen, Spielzeug und mehr. Auch Theaterkarten kann man hier bestellen und sich direkt nach Hause liefern lassen. Pro Einkauf – auch bei mehreren Läden – und Transport bezahlen die Kunden fünf bis sieben Euro Gebühr. Gegenüber großen Versandhändlern bietet das Kiezkaufhaus auch einen Zeitvorteil: Bei Bestellung bis mittags wird noch am gleichen Tag geliefert. Ein Konzept, das Schule machen soll – Ziel ist es, das virtuelle Kiezkaufhaus auch in anderen Städten zu eröffnen.

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