Plastikfasten zum Ramadan

„Green Iftar Guide“ und Iftar-Kalender – wir stellen zwei außergewöhnliche Projekte aus Deutschland zum Ramadan vor.

Umweltfreundlicher Ramadan: Einfach mal auf Plastik verzichten
Umweltfreundlicher Ramadan: Einfach mal auf Plastik verzichten artursfoto/iStock

#RamadanPlastikfasten: umweltfreundlich und nachhaltig

Baraa Abu El-Khair
Baraa Abu El-Khair ist Zweiter Vorsitzender des muslimische Umweltschutzvereins NourEnergy

„NourEnergy versucht, die UN-Nachhaltigkeitsziele deutschlandweit und international in den muslimischen Kontext einzubinden. Dazu gehört die Kampagne #RamadanPlastikfasten, das wir als Best-Practice-Beispiel für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele sehen. Die Aktion regt zum umweltfreundlichen und nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln und sonstigen Produkten an. Dazu gehört der weitestmögliche Verzicht auf Plastik. Wir beraten Organisatoren öffentlicher Fastenbrechen: Welche Alternativen gibt es zu Plastikgeschirr? Muss jede Mahlzeit Fleisch beinhalten oder kann es auch mal vegetarisch oder vegan sein? Zum dritten #RamadanPlastikfasten haben wir in diesem Jahr einen „Green Iftar Guide“ erstellt. Er ist eine Orientierungshilfe bei der Planung eines nachhaltigen Iftar.

Deutschlandweit beteiligen sich mehr als 20 Moscheegemeinden und Hochschulgruppen an der Kampagne. So hat etwa eine einzige Moscheegemeinde in Frankfurt durch unsere Beratung während des Ramadan 10.000 Plastikbecher gespart. Der Ramadan eignet sich besonders gut für so ein Projekt, denn Muslime sehen ihn als Schule der Reflexion und spirituellen Einkehr. Sie hinterfragen ihr Konsumverhalten und ihre Angewohnheiten in diesem Monat besonders kritisch. Wenn man es also schafft, einen Monat lang nachhaltiger zu leben, dann kann man das auch zukünftig in den Alltag integrieren. Außerdem soll das Projekt zeigen, dass wir Muslime uns für Themen einsetzen, die einen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft schaffen. Wir befassen uns mit Umweltproblemen, die uns alle und nachkommende Generationen betreffen.“

Iftar-Kalender: süß und lehrreich

Nadia Ddoukali
Nadia Doukali hat den „Iftarlender“ erfunden

„Meine Kinder haben mich auf die Idee gebracht einen Iftar-Kalender zu basteln. Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, ihnen den Sinn und die Emotionalität des Islam spielerisch zu erklären. Da ist mir der christliche Adventskalender eingefallen. Auf seinem Prinzip baut der Iftarlernder auf: Er hat dreißig Türen und hinter jeder versteckt sich eine Dattel mit Schokoladenüberzug. Auf jedem Türchen steht ein Wort aus dem Islam, das einen den ganzen Tag begleitet und hilft, Gottes Lehre besser zu verstehen.

Muslime sollen im Ramadan den Koran lesen, aber 144 Suren sind ziemlich viel, um sie in den Arbeitsalltag zu integrieren. Deshalb habe ich mir passende Impulsworte ausgedacht. Alle Kunden bekommen beim Kauf eines Kalenders ein kostenloses E-Book, das ich geschrieben habe. Es erklärt den Ursprung und die Bedeutung des Wortes, ergänzt durch Zitate aus dem Koran, der Bibel, dem Talmud und Liedern oder Gedichten des Buddhismus. So sieht man, dass zentrale Wörter des Koran einen humanistischen Ursprung haben, die den Islam mit den anderen Religionen verbindet. Vor diesem Hintergrund liest man den Koran ganz anders und versteht das zwischenmenschliche Zusammenleben auf eine neue Art und Weise.“

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