„Den Wind des digitalen Wandels nutzen“

Die digitale Revolution verändert die Welt. Welche Folgen hat das? Auf der Konferenz „Future Affairs“ in Berlin gab es Antworten darauf.

Future Affairs: Folgen der digitalen Revolution im Fokus.
Future Affairs: Folgen der digitalen Revolution im Fokus. Xander Heinl/photothek.net

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, und die anderen Windmühlen“ – mit diesem chinesischen Sprichwort eröffnete der deutsche Außenminister Heiko Maas die Konferenz „Future Affairs“ im Auswärtigen Amt. „Wir glauben nicht an Mauern. Lasst uns den Wind des digitalen Wandels nutzen und Windmühlen bauen“, fügt er hinzu.

Gemeinsam mit der re:publica, Europas größter Digitalkonferenz, hatte der Minister internationale Expertinnen und Experten nach Berlin eingeladen. Sie diskutierten über die außen- und sicherheitspolitischen Folgen der digitalen Revolution: Verstärkt die Digitalisierung globale Ungleichheiten? Wie verändert sie das Kräfteverhältnis der Welt? Welchen Einfluss hat der digitale Wandel auf die Stabilität von Staaten? Und wie gehen wir mit einer Welt um, in der die geografische Entfernung an Bedeutung verliert?

Deutschland und Lateinamerika: natürliche Partner

Geografische Nähe zu Deutschland war auch bei der Auswahl der Partnerregion der Konferenz nicht von Bedeutung: Lateinamerika und die Karibik. „Wir sind natürliche Partner, teilen dieselben Werte und setzen uns gemeinsam für Demokratie, Menschenrechte und eine multilaterale Weltordnung ein“, betonte Maas. Der Präsident von Costa Rica, Carlos Alvarado Quesada, fragte in seiner Begrüßungsrede: „Wieso kürzen wir nicht alle unsere Ausgaben für Militär, wieso konzentrieren wir uns nicht auf den Klimaschutz und die Digitalisierung? Nur so erzeugen wir echten Wandel.“

Wir müssen gemeinsam neue Formen finden, Politik zu machen und Politik zu kommunizieren.

Außenminister Heiko Maas

In Panels, Workshops und Break-Out-Sessions skizzieren die Teilnehmenden neue Denkansätze und Zukunftsszenarien. Die Filmemacherin und Autorin Hito Steyerl und der chinesische Menschenrechtler Xiao Qiang diskutieren über das Zusammenspiel von Menschenrechten und Künstlicher Intelligenz. Marisa von Bülow, Professorin der Politikwissenschaft an der University of Brasilia, berichtet über den Einfluss von Fake-News im brasilianischen Wahlkampf 2016: „Fake-News sind angsteinflößend, aber die Gründe für Fake-News sind noch viel angsteinflößender: Mangelndes Vertrauen in das politische System und damit Misstrauen gegenüber der Demokratie“.

In den Diskussionsrunden geht es um Künstliche Intelligenz, die die Zukunft vorhersehen kann, einzelne Datensammler, die das Kräfteverhältnis der Welt verschieben und um deutsche Youtuber, deren Videos das demokratische Potenzial der Neuen Medien zeigen. „Wir müssen gemeinsam neue Formen finden, Politik zu machen und Politik zu kommunizieren“, schließt Außenminister Maas daraus.

Ein ideenreiches Brettspiel

Genau das haben sich die Teilnehmer des Global Diplomacy Labs im Lesesaal des Auswärtigen Amts zum Ziel gesetzt. Sie würfeln aus, mit welchem Ziel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sie sich in den nächsten Stunden beschäftigen: Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser oder doch nachhaltiger Konsum? Die Kernfrage: Welche Rolle wird die Digitalisierung beim Erreichen dieser Ziele spielen? „Es ist wichtig, dass wir jetzt gemeinsam Ideen sammeln. Ob aus Kolumbien, China oder Deutschland – jeder bringt eine einzigartige Perspektive, unterschiedliche Erfahrungen und fruchtbare Ideen mit. Der digitale Wandel betrifft uns alle. Wir müssen ihm gemeinsam begegnen“, sagt Flávia Alfenas Amorim aus Brasilien, die das internationale Brainstorming moderiert.

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