Ehrung für Snowden-Anwalt Wolfgang Kaleck

Die Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland zeichnet den Anwalt für Menschenrechte, Wolfgang Kaleck, für sein Engagement mit dem Hermann Kesten-Preis aus.

picture-alliance/dpa - Wolfgang Kaleck

Im Einsatz für Opfer staatlicher Verfolgung vertraut der 54-jährige Strafverteidiger Wolfgang Kaleck seit Jahrzehnten auf die Kraft des Rechts. Als junger Referendar begegnete Kaleck in Guatemala 1990 erstmals Menschen, die Angehörige durch staatliche Gewalt und Folter verloren hatten. Zurück in Deutschland gründete er im Berliner Haus für Demokratie und Menschenrechte eine Kanzlei, die sich seither der Verteidigung politisch Verfolgter verschreibt. Kaleck vertrat nach dem Fall der Berliner Mauer DDR-Bürgerrechtler, die ihre Stasi-Akten einsehen wollten, und Opfer rechtsradikaler Übergriffe. Aber der Jurist setzte sich auch im Rahmen der deutschen Vereinigung „Koalition gegen Straflosigkeit“ für Opfer der argentinischen Militärdiktatur ein. 

Gründer der juristischen Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights

Im Jahr 2007 gründete Kaleck in Berlin die juristische Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), die zahlreiche Strafanzeigen gegen Politiker, Militärs und Unternehmen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorbereitet und auf internationale Verfahren und Musterklagen setzt. Anfang 2014 berief der US-amerikanische Whistleblower Edward Snowden Kaleck als deutschen Anwalt in sein internationales Juristen-Team. Seither vertritt Kaleck die Interessen des nach Moskau geflüchteten früheren US-Geheimdienstmitarbeiters in Deutschland und fordert politisches Asyl für seinen prominenten Mandanten.

Hermann Kesten-Preis-Verleihung des deutschen PEN-Zentrums am 13. November 2014 in Darmstadt

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