Der Offshore-Windpark „Alpha Ventus“

Deutschland hat ehrgeizige Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien. Wir stellen Projekte vor, die die Energiewende praktisch fördern. deutschland.de-Serie „Energiewende“, Teil 4.

Alpha Ventus
picture-alliance/dpa - Alpha Ventus

Die Windkraft wird im künftigen deutschen Energiesystem eine Hauptrolle spielen. Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee können Strom in großen Mengen und verlässlicher als solche an Land liefern. Der erste deutsche Offshore-Park „Alpha Ventus“ ist seit 2010 in Betrieb. Er zeigt, wie groß die Potenziale und welche Schwierigkeiten noch zu überwinden sind.

Alpha Ventus ist das viel beachtete Pilot-Projekt. Der Windpark wurde ab 2008 rund 45 Kilometer vor der Nordseeinsel Borkum installiert. Er besteht aus zwölf Riesen-Windmühlen, die in einer Wassertiefe von 27 bis 30 Metern stehen. Die Herausforderung war groß. Denn die Windparks werden in Deutschland wegen des geschützten Wattenmeers weiter entfernt von der Küste geplant als in anderen Ländern, etwa Belgien oder Großbritannien. Die größeren Wassertiefen erschweren und verteuern die Installation. Tatsächlich dauerte der Alpha-Ventus-Aufbau deutlich länger als geplant. Schlechtwetter-Perioden mit Sturm und hohem Wellengang machten das Arbeiten über Wochen und Monate unmöglich. Die Investitionssumme, die von den Energieversorgern Eon, Vattenfall und EWE sowie vom Bund aufgebracht wurde, stieg von geplanten 190 Millionen auf 250 Millionen.

Das erste volle Produktionsjahr brachte aber gleich gute Resultate. Der Ertrag lag mit 267 Gigawattstunden 15 Prozent höher als erwartet. Die Verfügbarkeit der Windräder betrug bis zu 98 Prozent. „Die Bundesregierung setzt zu Recht auf die Offshore-Windtechnologie, um die Energiewende zu stemmen“, sagte Gesamtprojektleiter Claus Burkhardt.

Die Bundesregierung verfolgt ehrgeizige Ziele. Bis 2030 sollen in der Nordsee 25 Gigawatt Windstrom erzeugt werden können – eine Leistung vergleichbar mit 25 konventionellen Großkraftwerken.. Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll bis 2020 auf mindestens 30 Prozent und danach kontinuierlich weiter steigen. Die Offshore-Windenergie ist dafür ein wesentlicher Baustein. Im Februar 2013 wurde ein Offshore-Netzplan für die Nordsee veröffentlicht. Er zeigt die 13 Windparkcluster, mit denen der Windstrom erzeugt werden kann und deren Anbindungen an das terrestrische Netz.

www.alpha-ventus.de

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