Partner der Energiewende

Der Klimawandel lässt sich nicht allein bekämpfen. Mit diesen Partnern kooperiert Deutschland bei der Wasserstoff-Forschung

Ein modifizierter Lkw-Motor wird auf Wasserstoffbetrieb getestet.
Ein modifizierter Lkw-Motor wird auf Wasserstoffbetrieb getestet. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Neuseeland

Im Sommer 2022 haben drei deutsch-neuseeländische Forschungskooperationen zum Thema grüner Wasserstoff ihre Arbeit aufgenommen. Dabei geht es um die Erzeugung, Speicherung und Verteilung des Gases als Energieträger. Das Projekt „HighHy“ arbeitet an der AEM-(Anionenaustauschmembran)Elektrolyse, die ohne teure, schwer verfügbare Edelmetalle auskommt, aber dabei weniger effizient arbeitet als andere Verfahren. Ziel der Kooperation zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft, Universität Bayreuth und den Universitäten von Canterbury, Auckland und Wellington ist es, hocheffiziente Katalysatoren aus Nickel und Mangan zu entwickeln. Ein Partnerprojekt des Helmholtz-Zentrums Hereon und der University of Otago („NZMat4H2Sto“) erforscht, inwiefern Titan-Eisen-Legierungen als Wasserstoffspeicher verwendet werden können. Und im Rahmen des Projektes „HINT“ arbeitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit den Universitäten von Canterbury und Auckland zusammen, um zu sondieren, wie kostengünstige Erzeugung und Systemintegration großer Mengen grünen Wasserstoffs in Deutschland und Neuseeland gelingen könnten. Alle drei Konsortien werden bis 2025 mit insgesamt 1,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

Australien

Australien gilt als wichtiger Partner Deutschlands bei der Herstellung und Verwendung grünen Wasserstoffs. Das auf dem sonnenreichen Kontinent produziert Gas könnte per Schiff nach Deutschland transportiert werden. Seit Ende 2020 untersuchen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, ob eine solche Lieferkette aufgebaut werden kann – mit bislang positivem Ergebnis. Koordiniert wird die vom BMBF mit 1,7 Millionen Euro unterstützte Studie von der acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und auf australischer Seite von der University of New South Wales. Im Februar 2022 startete das BMBF in Zusammenarbeit mit der Australian Renewable Energy Agency (ARENA) das Projekt HyGATE (German-Australian Hydrogen Innovation and Technology Incubator). Dabei geht es neben dem Thema Wasserstoffimport auch um den Export deutscher Klimaschutztechnologie.

Kanada

Seit Oktober 2022 arbeiten Deutschland und Kanada im Rahmen verschiedener Projekte zum Forschungsthema grüner Wasserstoff. Dazu fördert das BMBF vier Verbundprojekte mit insgesamt 2,5 Millionen Euro. Dabei geht es auch um die Frage, wie die Herstellung von Wasserstoff effizienter und kostengünstiger werden kann. Bereits seit 2020 werden im Rahmen der bilateralen Fördermaßnahme zusammen mit dem Natural Sciences and Engineering Research Council (NSERC) zehn Projekte zur deutsch-kanadischen Netzwerkstärkung im Bereich Wasserstoffforschung unterstützt. Ein besonderes Merkmal der deutsch-kanadischen Zusammenarbeit ist die Einbindung mittelständischer Unternehmen aus beiden Ländern. „Ziel ist es unter anderem, eine transatlantische Lieferkette für grünen Wasserstoff aufzubauen“, erklärt das BMBF zum im August 2022 unterzeichneten Wasserstoffabkommen. Ab 2025 sollen erste Lieferungen aus Kanada nach Deutschland erfolgen. Beide Länder verbindet eine 50-jährige Partnerschaft im Bereich der Forschung zu Zukunftstechnologie. 

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