Neue Ideen für saubere Energie

Grüner Wasserstoff ist ein Brennstoff mit Zukunft. Drei Startups aus Deutschland weisen innovative Wege der Produktion und Nutzung.

Noch Zukunftsmusik: wasserstoffbetriebenes Flugzeug
Noch Zukunftsmusik: wasserstoffbetriebenes Flugzeug picture alliance/dpa

Green Hydrogen Technology

Grüner Wasserstoff ist per Definition dann grün, wenn man ihn mithilfe von nachhaltig gewonnenem Strom aus Wasser gewinnt. Das ist in der Theorie schlüssig, aber nicht so leicht, wenn das Gas weit entfernt von seinem Verwendungsort produziert wird – zum Beispiel in der Nähe großer Solaranlagen in Nordafrika – und danach über tausende Kilometer etwa nach Deutschland transportiert werden muss. Dieses Problem geht das Startup „Green Hydrogen Technology“ aus Augsburg an. Es hat eine Methode entwickelt, Wasserstoff aus Rohstoffen zu gewinnen, die überall und im Überfluss vorhanden sind: Plastik und Klärschlamm. Dabei entsteht zwar CO₂, das aber aufgefangen und weiterverarbeitet wird. Auch anfallende Schwermetalle können recycelt werden. Der Markteintritt ist für Herbst 2023 geplant.

Enapter

Elektrolyseur heißt die Vorrichtung, die Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff spaltet. Das ist zwar nachhaltig, wenn die elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Doch das Verfahren ist sehr energieintensiv, weshalb Kritiker den so gewonnenen Wasserstoff auch gerne als „Champagner unter den Energieträgern“ bezeichnen. Viel wäre gewonnen, würden Elektrolyseure Strom effizienter einsetzen. Daran arbeitet das deutsche Startup Enapter aus Heidelberg. Es hat einen Wasserstoffgenerator entwickelt, der nach eigenen Angaben aus 2,4 Liter Wasser genug Wasserstoff gewinnen kann, um einen Zweipersonenhaushalt für mehrere Tage zu versorgen. Möglich macht das der Einsatz einer sogenannten Anionenaustausch-Membran (AEM). Dabei hat das junge Unternehmen ambitioniert Ziele. Bis 2050 will es 10 Prozent des weltweit produzierten Wasserstoffs herstellen.

Sunfire

Das größte Potenzial von grünem Wasserstoff sehen Expertinnen und Experten in den Bereichen, die sich auf absehbare Zeit nur sehr schwer elektrifizieren lassen. Das ist zum Beispiel die Luft- und Schifffahrt oder die Stahlbranche. Dort könnte Wasserstoff in Zukunft Kohle zur Befeuerung der energieintensiven Hochöfen ablösen. Das Dresdner Startup Sunfire hat ein Verfahren zur Gewinnung von Wasserstoff entwickelt, das sich vor allem für den Einsatz in Stahlwerken oder Raffinerien eignet. Dabei kommt heißer Wasserdampf zum Einsatz, der bei vielen Prozessen als Abwärme entsteht und bislang nur selten genutzt wird. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf die sogenannte alkalische Elektrolyse, eines der ältesten und deshalb ausgereiftesten Verfahren. 2023 will Sunfire mit der großindustriellen Produktion von Wasserstoff starten. Die erste in Deutschland errichtete „Gigafactory“ soll eine Kapazität von 500 Megawatt aufweisen.

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