Städte als Vorreiter beim Klimaschutz

Wie Deutschland Metropolen weltweit dabei unterstützt, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

Durban ist Teil des Netzwerks “Cities Fit for Climate Change”.
Durban ist Teil des Netzwerks “Cities Fit for Climate Change”. dpa

„Es gibt kein Thema, das die Bürger stärker betrifft als der Klimawandel“, mahnte Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, beim ersten „U20 Mayors Summit“ in Buenos Aires. „Gemeinsam müssen wir unsere Städte und die Welt verändern.“ Dieses Anliegen unterstützen Bürgermeister von 34 Städten mit 1,5 Milliarden Einwohnern, darunter auch Berlin und Hamburg. Diesen Appell richteten sie auch an die UN-Klimakonferenz (COP24) im polnischen Kattowitz.

Netzwerk für Klimaschutz in Städten

Viele Kommunen im globalen Süden erleben schon jetzt die Folgen des Klimawandels. Fluten, Überschwemmungen oder Hitzewellen bedrohen die Lebensqualität. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzt im Auftrag der Bundesregierung das Projekt „Cities Fit for Climate Change“ als Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative um. Chennai in Indien, Santiago in Chile und Durban (eThekwini) in Südafrika gehören als Partnerstädte dazu. Mehr als 200 Stadtplaner, Verwaltungsmitarbeiter, Politiker, Wissenschaftler und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen aus den drei Ländern tauschen Ideen und Erfahrungen untereinander und mit europäischen Städten aus.

Handbuch für klimagerechte Stadtentwicklung

Zudem entsteht ein digitales Handbuch für klimagerechte Stadtentwicklung mit Fallstudien aus der ganzen Welt. In Santiago de Chile hat die GIZ die Stadtverwaltung zu Klimaschutz bei innovativem Wohnungsbau und öffentlichen Räumen beraten. In Chennai liefert ein  Wettbewerb Ideen  für die bürgerfreundliche Gestaltung der Uferflächen eines zentralen Abschnitts des städtischen Wasserkanals. Ziel ist auch, den Kanal von Müll freizuhalten. In Südafrika hat das Projekt die Stadtverwaltung von eThekwini (Durban) bei der ressortübergreifenden Zusammenarbeit unterstützt. Daraus ist ein sogenannter Klimaresilienzplan entstanden, der erste in Südafrika.

„Wir sind die Hände“

„Es geht darum, nach der Planung auch etwas zu verwirklichen“, betont Evelyn Matthei, Bürgermeisterin von Providencia, einer Stadtverwaltung der Metropolregion Santiago de Chile. Nach der Zusammenarbeit mit dem „Cities Fit for Climate Change“-Projekt verfolgt die Kommune eine integrierte klimagerechte Stadtentwicklungsstrategie. Dabei geht es darum, alle kommunalen Ressorts und die Bürger einzubeziehen. Infrastruktur, Mobilität, Abfallwirtschaft und Energiemanagement sollen nicht nur neu konzipiert sondern auch finanziell abgesichert werden. Nongcebo Hlongwa, Klimaexpertin in der Stadtverwaltung von eThekwini (Durban) in Südafrika, sieht die Kommunen im Zentrum des Kampfes für Klimaschutz: „Wir sind die Hände, die die nationale und internationale Politik in die Praxis umsetzen.“

„Für kleine Schritte ist es zu spät“

Dabei sei keine Zeit zu verlieren, betont die Stadtplanerin Vidhya Mohankumar aus Chennai. Bei einer Jahrhundertflut in der südindischen Metropole starben 2015 Hunderte von Menschen. Für die Architektin ist längst klar: „Wir müssen in großen Dimensionen denken und handeln. Für kleine Schritte ist es längst zu spät.“

Netzwerk für urbane Zukunft

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