Strom gibt Gas

Der Frankfurter Energieversorger Mainova testet und betreibt innovative Verwertungs- und Speichersysteme für überschüssigen Naturstrom.

dpa/Karl-Josef Hildenbrand - Energy storage

Das Ziel ist klar: Bis zum Jahr 2050 sollen 80 Prozent der in Deutschland benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind kommen. Heute liegt der Anteil bei gut 12 Prozent. Es sind also noch gewaltige Anstrengungen zu unternehmen, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen. Die Herausforderung liegt allerdings weniger bei der Erzeugung. Denn bei Sonne und Wind liefern die Anlagen heute schon mehr Strom als benötigt wird. Das Problem liegt in der intelligenten Verwertung und Speicherung.

In diesen beiden Bereichen hat sich der Frankfurter Energieversorger an die Spitze der Entwicklung gesetzt und bietet innovative Lösungen an. Bereits in Betrieb ist eine Power-to-Heat-Anlage. Damit wird wie in einem überdimensionalen Durchlauferhitzer aus überschüssigem Naturstrom Fernwärme erzeugt. So kann der zu viel produzierte Strom verwertet, das Netz entlastet und Kohlendioxid eingespart werden. Im Sommer deckt die Anlage etwa ein Drittel des Wärmebedarfs am Frankfurter Flughafen.

Das Gasnetz als Batterie der Zukunft

Noch im Testbetrieb befindet sich eine Power-to-Gas-Anlage. Damit wird überschüssiger Strom aus Wind und Sonne durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und im Gasnetz zwischengespeichert. Derzeit wird untersucht, ob es wirtschaftlich wäre, den Wasserstoff in einem weiteren Schritt in Methan umzuwandeln und in das Gasnetz einzuspeisen. Sind weniger regenerative Energien verfügbar, kann das grüne Gas in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wieder hocheffizient in Strom und Wärme umgewandelt werden. Damit könnte das Gasnetz zur Batterie der Zukunft werden.

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