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Hightech auf dem Acker

Autonome Landmaschinen, Künstliche Intelligenz und smarte Tierhaltung machen die Landwirtschaft präziser, effizienter und nachhaltiger – in Deutschland und weltweit.

Wolf ZinnWolf Zinn, 12.01.2026
Die moderne Landwirtschaft ist zunehmend datengetrieben.
Die moderne Landwirtschaft ist zunehmend datengetrieben. © Drazen Zigic

Wenn in ländlichen Regionen die Sonne aufgeht, rumpeln nicht nur Traktoren über die Felder. Längst ist Hightech Teil der modernen Landwirtschaft – und viele neue Technologien kommen aus Deutschland.

Software, Robotik und Drohnen

Sensoren messen Bodenfeuchte und Pflanzenzustand, Kameras erkennen Unkraut, Software berechnet den optimalen Zeitpunkt für Aussaat oder Düngung. So entwickelt zum Beispiel das sächsische Unternehmen Agricon Software für das sogenannte Precision Farming, bei dem Feld-, Ertrags- und Maschinendaten zusammengeführt werden. Ziel ist es, Ressourcen gezielter einzusetzen und Prozesse effizienter zu steuern.

Vernetzte Landmaschinen erfassen Betriebs- und Felddaten in Echtzeit.
Vernetzte Landmaschinen erfassen Betriebs- und Felddaten in Echtzeit.

Auch der Landmaschinenhersteller Claas verbindet klassischen Maschinenbau mit Digitalisierung: Vernetzte Traktoren und Erntemaschinen erfassen Betriebs- und Felddaten in Echtzeit und unterstützen Landwirte bei Planung, Dokumentation und Optimierung ihrer Arbeit. Startups wie Nature Robots, eine Ausgründung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, entwickeln KI-Software für autonome Feldroboter. Farming Revolution arbeitet an Hackrobotern, die Unkraut mechanisch und ohne chemische Mittel bekämpfen. Drohnen mit multispektralen Kameras erkennen Pflanzenstress frühzeitig. 

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Zukunftsweisende Pflanzenzüchtung

Auch in der Pflanzenzüchtung tut sich viel. Der Konzern Bayer investiert in moderne Züchtungstechnologien, darunter Genome Editing, um Pflanzen widerstandsfähig gegen Krankheiten, Trockenheit und Klimastress zu machen. Ziel ist es, Erträge zu stabilisieren und zugleich den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Wasser und Fläche zu reduzieren.

Digitalisierte Tierhaltung

Zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben eine fortschrittliche und smarte Tierhaltung im Blick. Ein Beispiel: Das Düsseldorfer Unternehmen GEA entwickelt automatisierte Melk-, Fütterungs- und Stallklimasysteme, die Tiergesundheit, Produktivität und Ressourceneffizienz verbessern sollen. Kamerabasierte Systeme erkennen mithilfe von Bildanalyse frühzeitig Krankheiten oder Verhaltensänderungen bei den Tieren. 

Auch in der Tierhaltung werden smarte Technologien zunehmend zum Standard
Auch in der Tierhaltung werden smarte Technologien zunehmend zum Standard © simonkr

Forschung, Förderung und Praxis

Getragen wird diese Entwicklung von einem engen Zusammenspiel aus Industrie, Forschung und Förderung. Fraunhofer-Institute arbeiten an Schlüsseltechnologien für autonome Systeme, Sensorik und Datenanalyse. Netzwerke wie Deep Farm Bots entwickeln KI-basierte Agrarrobotik im Rahmen staatlicher Förderprogramme. Initiativen von Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen, erproben zudem gezielten Pflanzenschutz mithilfe digitaler Technologien, um chemische Mittel nur dort einzusetzen, wo sie tatsächlich notwendig sind.