Grenzenlos europäisch unterwegs

Das Deutsch-Russische Jahr der Hochschulkooperation und Wissenschaft eröffnet europäische Perspektiven. Ein Blick auf drei Partnerschaften.

Mit internationaler Besatzung: das Forschungsschiff „Polarstern“
Mit internationaler Besatzung: das Forschungsschiff „Polarstern“ dpa

Dieser Austausch ist multinational: Das Deutsch-Russische Jahr der Hochschulkooperation und Wissenschaft 2018–2020  bringt nicht nur die Partner Deutschland und Russland näher zusammen, sondern lenkt den Blick auch auf Projekte mit anderen europäischen Ländern. Drei ausgewählte Kooperationen stellen wir hier vor:

Forschung im Eis

Im September 2019, kurz vor der Halbzeit des Deutsch-Russischen Jahres, startete die größte Polarexpedition aller Zeiten. Vom norwegischen Tromsö aus ist das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ aufgebrochen, um ein halbes Jahr lang durch das arktische Eis zu treiben. MOSAiC (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate) lautet der Titel der Expedition, die grundlegende Erkenntnisse zum globalen Klimawandel bringen soll. Federführend sind das deutsche Alfred-Wegener-Institut (AWI) und das russische Arktische und Antarktische Forschungsinstitut (AARI), doch insgesamt sind nicht weniger als 18 weitere Nationen beteiligt, 15 von ihnen aus Europa.

Russische Landwirtschaft: auch hier gibt es europäischen Austausch
Russische Landwirtschaft: auch hier gibt es europäischen Austausch dpa

Moderne Landwirtschaft

Neue Technologien in der Landwirtschaft standen im April 2019 in Südrussland im Mittelpunkt: Die Staatliche Agraruniversität Stawropol veranstaltete mit deutschen Partnern im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres ein Wissenschaftsforum zu Digitalisierung und Mechatronik. Die Technische Universität Ilmenau stellte dabei das von ihr koordinierte und von der Europäischen Union geförderte Projekt zur Internationalisierung im Agraringenieurwesen vor: Gemeinsam mit neun Partneruniversitäten aus Italien, der Slowakei, dem Iran und vor allem Russland werden ein internetbasiertes Netzwerk und das Masterstudium „Agromechatronik“ aufgebaut. Das Studium der Mechatronik in der Landwirtschaft soll in allen beteiligten Ländern attraktiver werden – und die Beschäftigungschancen in ländlichen Gebieten steigen, besonders für junge Menschen, für Frauen und Arbeitslose.

Europäische Energietechnologie

Ein besonderes Jubiläum: Schon seit 35 Jahren kooperiert die Polytechnische Peter-der-Große-Universität St. Petersburg mit der Leibniz-Universität Hannover. Das feierten die Partner im Juni 2019 im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres in St. Petersburg mit zwei gemeinsam organisierten Konferenzen zu „Cyber-Physische Systeme und Kontrolle“ und „High-Speed Turbomaschinen und elektrische Antriebe“ sowie dem Seminar „Digitalisierung der Hochschulen“. Technisches Know-how und europäischen Austausch verbindet auch der Masterstudiengang Energietechnologie, den die Studierenden an den Universitäten in Hannover und St. Petersburg sowie an der Technischen Universität Lappeenranta-Lahti in Finnland absolvieren.

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