Gemeinsamer Kampf gegen den Krebs

Maxim Berezovski hat in Deutschland an der Bekämpfung von Krebszellen geforscht. Lest hier, was das internationale Team erreicht hat.

Maxim Berezovski (M.) an der Universität Erlangen-Nürnberg
Maxim Berezovski (M.) an der Universität Erlangen-Nürnberg

Der aus Russland stammende Biochemiker Maxim Berezovski ist Professor am Department für Chemie und biomolekulare Wissenschaft der Universität Ottawa. Dort erforscht er molekulare Prozesse bei der Entstehung von Krebs und Immunerkrankungen. Durch den Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung konnte er ein halbes Jahr lang an der Universität Erlangen-Nürnberg arbeiten und wertvolle Erkenntnisse von seinen deutschen Kollegen gewinnen. Wir haben mit ihm über die Erfahrung gesprochen, die seine Forschung auch langfristig prägend wird.

Professor Berezovski, Sie haben sechs Monate an der Universität Erlangen-Nürnberg gearbeitet. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Mein Aufenthalt war wissenschaftlich erfolgreich. Wir konnten neuartige molekulare Sonden für Zellen des Immunsystems entwickeln und haben damit begonnen, sie in der Diagnostik von Immun- und Krebserkrankungen einzusetzen.

Warum haben Sie sich für die Universität Erlangen-Nürnberg als Gastuniversität entschieden?

Ich habe dort zwei gute Freunde, die exzellente Wissenschaftler sind: Professor Alexander Steinkasserer und Dr. Matthias Lechmann. Mit Letzterem habe ich als Postdoc-Stipendiat an der Universität Toronto zusammengearbeitet. Wir waren die ersten Wissenschaftler, die in der Krebsforschung eine neue Technologie entwickelt haben: die Aptamer-unterstützte Biomarker-Entdeckung, kurz AptaBiD. Wir haben auch neue Aptamere, das sind synthetische Antikörper, für Zellen des Immunsystems entdeckt. Alexander Steinkasserer und sein Labor an der Universität Erlangen-Nürnberg sind führend in der Immunologie und bei der Erforschung dendritischer Zellen des Immunsystems. Für mich war es deshalb nur logisch, an diese Universität zu kommen und die Arbeit an den Aptameren fortzusetzen.

Wie können Ihre Forschungsergebnisse helfen, Krebserkrankungen zu bekämpfen?

Das Ziel unserer Forschung ist, spezifische neutralisierende DNS-Aptamere zu entwickeln, die das Immunsystem so stimulieren, dass es den Krebs bekämpft. Denn bislang gibt es keine Aptamere, die regulatorische T-Zellen, sogenannte Tregs, kontrollieren können. Tregs regulieren unser Immunsystem und hindern es daran, Krebszellen in einem Krebspatienten anzugreifen.

Die Kollegen in Deutschland sind führende Experten in der Immunologie und die Universität Erlangen-Nürnberg ist international als Innovator bekannt.

Maxim Berezovski

Mittlerweile sind Sie wieder in Kanada. Werden Sie die Kooperation mit der Universität Erlangen-Nürnberg fortsetzen, auch in Zeiten der Corona-Krise?

Ja, zum Glück konnten meine Familie und ich gesund und wohlauf nach Kanada zurückkehren. Wie bereits erwähnt sind die Kollegen in Deutschland führende Experten in der Immunologie, und die Universität Erlangen-Nürnberg ist international als Innovator bekannt. Natürlich werde ich die Zusammenarbeit also fortführen. Mein Labor führt beispielsweise Analysen mit hochauflösender Massenspektrometrie von Immunzellen durch, die im Steinkasserer-Labor erzeugt wurden.

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