Hoffnung im Kampf gegen den Krebs

Neue Wege in der Krebsforschung: Drei innovative Therapieansätze von Wissenschaftlern aus Deutschland.

Krebsforschung: Analyse von Krebszellen unter dem Mikroskop.
Krebsforschung: Analyse von Krebszellen unter dem Mikroskop. dpa

T-Zellen bekämpfen Tumore

„Captain T Cell“ – der Name erinnert an einen Superhelden. Dahinter verbirgt sich ein Ausgründungsprojekt des Berliner Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin. Die Wissenschaftler um Projektleiter Felix Lorenz setzen auf hochaktive Immunzellen, die sogenannten T-Zellen. Diese werden aus dem Blut von Patienten gewonnen und im Labor mit einem künstlichen Molekül ausgestattet. Im Körper spüren die T-Zellen Tumorzellen auf und zerstören sie. Mit Fokus auf eine besonders aggressive Form der Leukämie hat Captain T Cell eine Technologie-Plattform entwickelt, mit der sich die T-Zellen optimieren lassen. Das Forscherteam gehört zu den Preisträgern des Wettbewerbs GO-Bio 2018 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Für jeden Krebspatienten das passende Medikament

Jeder Tumor ist anders; das Krankheitsbild bei jedem Krebspatienten verschieden. Das Mainzer Unternehmen Biontech verfolgt den Ansatz, maßgeschneiderte Krebsmedikamente zu entwickeln. Moderne Digitalisierungs- und Automatisierungstechnik ermöglicht es, personalisierte Arzneimittel in ausreichender Anzahl für klinische Studien zu produzieren. Das ist die Voraussetzung für eine Markteinführung. Das Unternehmen um Gründer Ugur Sahin und seine Frau Özlem Tureci überzeugt die Investoren: Anfang Januar 2018 hat es in der bisher größten Finanzierungsrunde für ein deutsches Biotech-Unternehmen 270 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Plasma-Stift gegen Krebszellen

Spezialisten im Bereich der Plasmamedizin bündeln ihre Kompetenzen am Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP). Ein am INP entwickelter „Plasma-Stift“ kommt bereits bei der Wundbehandlung von Krebspatienten zum Einsatz. Über eine kleine, rund 40 Grad warme Flamme werden Moleküle über den Stift auf den Patienten übertragen und Keime erfolgreich bekämpft. Nun wollen die Forscher das Plasma-Potenzial weiter ergründen: „Unser Ziel ist, Krebszellen mit einem gut verträglichen Therapieverfahren zu eliminieren. Gleichzeitig wollen wir erforschen, wie das körpereigene Immunsystem aktiviert werden kann“, erläutert Sander Bekeschus vom INP.

Weitere Informationen zur Krebsforschung in Deutschland: Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz) in Heidelberg

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