Jung und innovativ

Die Initiative „AGYLE“ vernetzt junge deutsche und afrikanische Führungskräfte. Wir stellen euch junge Menschen vor, die neue Ideen entwickeln.

AGYLE bringt deutsche und afrikanische Talente zusammen.
AGYLE bringt deutsche und afrikanische Talente zusammen. dpa

Digitale Kommunikation, Kryptowährungen und mobile Bezahldienste – mit innovativen Produkten kennen sich viele junge Menschen in Afrika gut aus. Junge Führungskräfte aus Deutschland können von dem großen Wissen und den spannenden Ideen viel lernen. Das Programm „AGYLE – African German Young Leaders in Business“ vernetzt junge deutsche und afrikanische Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Medien miteinander und ermöglicht die gemeinsame Entwicklung innovativer Lösungsansätze und Geschäftsmodelle. So sollen innovative Ideen und Projekte entstehen und eine langfristige, wirtschaftliche Zusammenarbeit möglich werden – ganz im Sinne des „Marshallplans mit Afrika“.

AGYLE wurde von der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE) und Deutschland – Land der Ideen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gestartet, um die afrikanisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu intensivieren.

Im Sommer 2021 ging die Initiative an den Start – zunächst mit 40 Führungskräften aus Deutschland, Ghana, Äthiopien und Ruanda. Vom 28. Oktober bis 4. November 2021 kamen dann alle Teilnehmenden zu einem digitalen Netzwerktreffen zusammen – sie haben sich vernetzt und kulturell ausgetauscht, an gemeinsamen Geschäftsmodellen gearbeitet und an Diskussionsrunden und Coachings teilgenommen. Wir stellen euch drei der jungen Talente vor:

Jacqueline Mukarukundo
Jacqueline Mukarukundo privat

Jacqueline Mukarukundo

Jacqueline Mukarukundo setzt sich für professionelles Recycling von Elektroschrott ein. 2018 hat sie Wastezon mitgegründet. Das Start-up verbindet Verbraucher mit den wichtigsten Recyclingunternehmen der Region. Sitz des Unternehmens ist Kigali, Hauptstadt Ruandas und Heimatstadt von Mukarukundo. „Mein Ziel ist es, Wastezon auch in andere Länder zu bringen“, sagt sie. Erste internationale Kontakte konnte sie beim AGYLE Netzwerktreffen sammeln. „Wir konnten uns vernetzen und haben darüber hinaus Mentoren bekommen, die uns bei der Geschäftsentwicklung unterstützen.“

Besonders wertvoll ist für die 24-Jährige der Austausch mit Deutschland. Jetzt plant sie, Deutsch zu lernen. Das Ziel: gemeinsam Mehrwert schaffen, für die deutsche und afrikanische Gesellschaft.

Abel Hailegiorgis
Abel Hailegiorgis privat

Abel Hailegiorgis

„Unsere Welt ist unglaublich vielfältig, als Innovator und Designer möchte ich Produkte und Geräte gestalten, die diese Vielfalt berücksichtigen.“ Das ist die Vision von Abel Hailegiorgis. Seit 2019 setzt sich der Äthiopier mit seinem Start-up Bamboo Labs für nachhaltige Mobilität ein, mit Fahrrädern und Rollstühlen aus Bambus. Äthiopien hat das größte Bambusvorkommen Afrikas. Das Holz ist stabil und wächst extrem schnell.

Erfahrungen beim Bau der Fahrräder hat der 31-jährige Ingenieur unter anderem beim Bamboo Bike Club in München gesammelt. Nun will er den Austausch mit Deutschland vertiefen. „Ich bin immer wieder begeistert, wie effizient Unternehmen in Deutschland arbeiten. Das möchte ich für mein Start-up übernehmen.“ Das AGYLE-Programm hilft Abel Hailegiorgis, sich mit anderen Unternehmern aus Deutschland und Afrika zu vernetzen. „Bisher habe ich mich auf mein Land fokussiert. Das AGYLE-Programm gibt mir die Chance, über den Tellerrand zu schauen.“ Er freut sich über den interdisziplinären Austausch und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Adwoa Fosua
Adwoa Fosua privat

Adwoa Fosua

Adwoa Fosua ist Gründerin und CEO von Women’s Haven Africa, einem Unternehmerzentrum, das afrikanische Gründerinneren zusammenbringt. Zum Angebot gehören ein Co-Working Space, Trainings, Coaching und Mentorenprogramme. „AGYLE ist eine der besten Möglichkeiten, die ich im Jahr 2021 erlebt habe“, findet die Ghanaerin. Sie konnte mit anderen Changemakern in Deutschland in Kontakt treten und strategische Netzwerke und Partnerschaften entwickeln. „Ich bin optimistisch, dass ich Women‘s Haven Africa dadurch weiterentwickeln kann, sodass es eines Tages jeder jungen afrikanischen Frau mit einem Traum ein Zuhause werden kann.“ Für die Zukunft plant die 26-Jährige, mit Partnern und Investoren zu kooperieren, die ihre Arbeit unterstützen. „Mein Wunsch ist, in Ghana einen eigenen Arbeitsraum zu errichten, um junge arbeitslose Hochschulabsolventinnen zu unterstützen.“

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