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Das Forschungszentrum Jülich arbeitet schon seit Jahren an Quantencomputern. Hier: OpenSuperQ
Das Forschungszentrum Jülich arbeitet schon seit Jahren an Quantencomputern. Hier: OpenSuperQ © Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

Die unscheinbare Wundermaschine

Einer der weltweit modernsten Quantencomputer ist im Forschungszentrum Jülich an den Start gegangen. Welche Aufgaben soll er lösen und wie gut ist er wirklich? 

22.09.2026Axel Novak

Kleinste Teilchen, riesige Rechenleistung – wohl kaum eine Maschine verdeutlicht diesen Gegensatz so sehr wie der Quantencomputer Jion, den das Startup Eleqtron im September 2026 im Forschungszentrum Jülich in Betrieb genommen hat. Atomare Rechnerstrukturen sorgen für eine maximale rechnerische Leistungsfähigkeit.  

Dabei ist der Quantencomputer kein Ersatz für heutige Supercomputer, sondern eine Spezialmaschine, die besonders komplexe Aufgaben deutlich schneller und effizienter bearbeiten soll. Jion besteht aus einem Quantenmodul und klassischen Rechnersystemen. „Unsere Vision ist, Quantencomputer und Hochleistungsrechner (HPC) zu kombinieren. Wir integrieren sie und geben den Teil des Problems an den Quantencomputer, den er effizienter lösen kann – den Rest übernimmt das HPC-System“, sagt Kristel Michielsen, Leiterin des Supercomputing Centre JSC am Forschungszentrum Jülich.  

Kristel Michielsen vom Forschungszentrum Jülich
Kristel Michielsen vom Forschungszentrum Jülich © Forschungszentrum Jülich / Ralf-Uwe Limbach

Quanten- und Supercomputer im Zusammenspiel 

Mit Jion wächst das Rechnernetzwerk in Jülich. Neben den vier Supercomputern Jupiter, Jureca, Juwels und Jusuf stehen Forschenden dort mehrere Quantensysteme zur Verfügung. Eine solche Bündelung unterschiedlicher Rechnertechnologien ist selten und macht Jülich zu einem der größten Forschungsstandorte Europas für Hochleistungs- und Quantenrechnen. 

Forschungszentrum Jülich

Das Forschungszentrum Jülich steht mit seiner 70-jährigen Geschichte für den wissenschaftlichen Wandel Deutschlands. Anfangs entstanden hier Test- und Versuchsreaktoren für die Erforschung der Kernenergie. Später wurden hier die ersten Supercomputer entwickelt. Heute arbeiten in Jülich 7.700 Menschen mit mehr als 1.500 Gastwissenschaftlern aus 82 Ländern zusammen. Sie forschen an 15 Instituten zu unterschiedlichsten Themen – von Energie über Bioökonomie bis zur Informatik. 

Die Rechenleistung von Jion – das Kürzel steht für „Jülich trapped-ION quantum computer“ – beruht unter anderem darauf, dass der Rechner nicht allein auf Siliziumchips setzt, sondern mit Ionen des Metalls Ytterbium arbeitet. Im Quantenmodul werden diese geladenen Atome mithilfe elektromagnetischer Felder festgehalten und gezielt gesteuert. Sie dienen als sogenannte Qubits, die Informationseinheiten eines Quantencomputers. Somit können Quantencomputer komplexe Berechnungen zum Beispiel für KI, Kryptografie, die Pharma- und Medizinbranche oder die Materialforschung realisieren.  

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Vom Forschungsprojekt zum Zukunftsmarkt 

Hinter dem Rechner steckt das Startup Eleqtron, das Jan Leisse und Michael Johanning 2020 in Siegen gründeten und heute rund 90 Mitarbeitende beschäftigt. Im Mai 2026 sicherte sich das junge Unternehmen 57 Millionen Euro Wachstumsfinanzierung, um die industrielle Skalierung seiner Quantencomputer zu erreichen.  

Jion passt zur Hightech-Strategie der Bundesregierung, mit der sie Quantentechnologie als eine von sechs Wachstumssäulen in Deutschland ausbaut. Bis 2030 sollen mindestens zwei Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau in Deutschland stehen. Jion ist mit seiner modularen Architektur ein großer Schritt auf diesem Weg.