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Berlinale 2026: Die Bärenjagd ist eröffnet

Mit Stars und Besuchern aus aller Welt wird Berlin wieder zur Kinometropole. Die Berlinale steht für Vielfalt und lebendige Debatten.

Barbara Schweizerhof, 12.02.2026
Stars und Kinofans vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz
Stars und Kinofans vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz © Richard Hübner

Im wintergrauen Berlin sind die roten Teppiche ausgerollt – die 76. Berlinale verwandelt die deutsche Hauptstadt einmal mehr in eine Kinometropole. Im Kontrast zu den Filmfestivals von Cannes und Venedig konzentriert sich die 1951 gegründete Berlinale besonders auf relevante Inhalte. Festivaldirektorin Tricia Tuttle betonte bei der Programmvorstellung, der Wettbewerb vereine etablierte Filmemacherinnen und Filmemacher mit klar erkennbarer künstlerischer Handschrift.

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Berlinale 2026: Fokus aufs Private

In den meisten Beiträgen geht es in diesem Jahr nicht um politische Trendthemen wie Trump, Rassismus, Klimawandel oder den Aufstieg der neuen Rechten. Viele Geschichten fokussieren das Persönliche, Familiäre. Im neuen Film des ungarischen Regisseurs Kornel Mundruczo „At the Sea“ mit Amy Adams in der Hauptrolle muss eine Frau sich nach einer Entzugskur mit ihrer Identität und ihrem bisherigen Lebensentwurf auseinandersetzen. Es ist nach „Pieces of a Woman“ (2021) der zweite Film des Ungarn, den er mit Hollywood-Star-Ensemble dreht. 

Stars im Wettbewerb: Amy Adams, Elle Fanning, Channing Tatum

Die Gesellschaftssatire „Rosebush Pruning“ des brasilianischen Regisseurs Karim Aïnouz ist prominent besetzt – es spielen unter anderem Elle Fanning, Pamela Anderson, Jamie Bell und Riley Keough, Elvis‘ Enkelin. Der Film erzählt von vier Geschwistern, die ein Familiengeheimnis aufdecken. 

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Im heiß erwarteten Beitrag „Josephine“, der im Programm Berlinale Special gezeigt wird, spielt Channing Tatum einen Vater, dessen achtjährige Tochter Zeugin eines Gewaltverbrechens wurde.

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Winterliches Publikumsfestival: 330.000 Tickets, offene Kinosäle

Es mögen etwas weniger Stars sein als in Cannes oder Venedig, aus ihren Auftritten holt die Berlinale jedoch das meiste raus – in teils kontroversen Pressekonferenzen. Das bewusst weniger glamouröse Profil schafft Raum für Regisseurinnen und Regisseure aus Ländern, die sonst selten im Rampenlicht stehen.

Die Berlinale versteht sich seit jeher als Publikumsfestival. Kein anderes großes A-Festival verkauft so viele Tickets an reguläre Kinobesucherinnen und -besucher; 2025 waren es rund 330.000. Anders als in Cannes oder Venedig bleibt das Kino hier kein exklusiver Branchentreff, sondern Teil der Stadt.

Von der Ost-West-Bühne zum globalen Festival

Auch beim diesjährigen Programm ist Berlin breiter aufgestellt als viele Konkurrenten. Neben dem Wettbewerb haben Sektionen wie Panorama und Forum internationales Gewicht. Panorama gilt als zentrale Plattform für queeres Kino, das Forum als Ort für ästhetisch radikale und experimentelle Arbeiten.

Vor und nach dem Mauerfall war die Berlinale ein Schaufenster für Filme aus Osteuropa. In der geteilten Stadt erreichten sie erstmals ein großes westliches Publikum und internationale Verleiher. 

In den vergangenen Jahren tritt das deutsche Kino wieder selbstbewusster auf. Zudem rücken Produktionen aus Asien, Afrika und Lateinamerika ins Zentrum. Die Berlinale versteht sich heute weniger als Ost-West-Brücke, sondern als globales Forum.

Deutsches Kino im Wettbewerb: Vier Filme, vier Perspektiven

Das deutschsprachige Kino ist in diesem Jahr mit vier Titeln vertreten, die dessen weites Spektrum reflektieren: Von der Auseinandersetzung mit ostdeutscher Identität (Eva Trobischs „Etwas ganz Besonderes“) über ambitionierte Filmkunst (Angela Schanelecs „meine Frau weint“) und historisches Genrekino (Markus Schleinzers „Rose“) bis zur Integration migrantischer Schicksale. Ilker Çatak, der für „Das Lehrerzimmer“ (2023) eine Oscar-Nominierung erhielt, erzählt in seinem neuen Film „Gelbe Briefe“ von einem Intellektuellen-Ehepaar, das in der Türkei unter Druck gerät.

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Filme aus Afghanistan, Tschad und Singapur

Auch jenseits des Wettbewerbs setzt die Berlinale auf genreübergreifende Vielfalt. Eröffnet wird das Festival mit der romantischen Komödie „No Good Men“ der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat. Mit „The Moment“ steht eine Mockumentary über Pop-Hype auf dem Programm, Isabelle Huppert spielt in einem Vampirfilm die legendäre „Blutgräfin“. Diese Beiträge laufen außer Konkurrenz.

Im Wettbewerb selbst treffen zwei Coming-of-Age-Filme aus sehr unterschiedlichen Weltregionen aufeinander: Mahamat-Saleh Haroun aus dem Tschad präsentiert „Soumsoum, the Night of the Stars“, Anthony Chen aus Singapur zeigt mit „We Are All Strangers“ den Abschluss seiner „Growing Up“-Trilogie.

Wim Wenders, Präsident der Internationalen Jury der 76. Berlinale
Wim Wenders, Präsident der Internationalen Jury der 76. Berlinale © Peter Rigaud

Regisseur Wim Wenders leitet die Internationale Jury

Der Internationalen Jury steht in diesem Jahr der deutsche Regisseur Wim Wenders vor, einer der renommiertesten deutschen Filmemacher. Bis zum 21. Februar entscheidet sie über den Goldenen Bären und weitere Preise. Den Abschluss bildet am 22. Februar der traditionelle Publikumstag, an dem Tausende Berlinerinnen und Berliner die Festivalfilme zu regulären Kinopreisen sehen können.