Schauspielerin Hanna Schygulla blickt zurück

Sie war Fassbinders Muse, arbeitete mit Europas größten Regisseuren: Zu ihrem 70. Geburtstag blickt die Schauspielerin Hanna Schygulla zurück.

picture-alliance/dpa-Zentralbild - Hanna  Schygulla
picture-alliance/dpa-Zentralbild - Hanna Schygulla picture-alliance/dpa-Zentralbild - Hanna Schygulla

Ihre Namen sind fest miteinander verbunden: Hanna Schygulla und Rainer Werner Fassbinder. Die Schauspielerin wurde der weibliche Anti-Star des erfolgreichen deutschen Filmemachers in den 70er- und frühen 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts, das Gesicht des Neuen Deutschen Films. Schygullas einzigartige Darbietung in der Rolle der Maria Braun brachten ihr Weltruhm. Sie war auch Effi Briest und Lili Marleen. Der Schriftsteller Georg Stefan Troller beschrieb Hanna Schygulla einmal als „einerseits flutend weiblich, sanft und andererseits abgehoben über den Dingen stehend. Sie ist ein Narziss ohne Eitelkeit“.

Nach Fassbinders frühem Tod im Jahre 1982 wurde sie durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Marco Ferreri, Ettore Scola, Andrzej Wajda, Alexander Sokurov und Fatih Akin zu einer besonderen Darstellerinnen des europäischen Films. Für ihre Rolle in Marco Ferreris Film „Storia di Piera“ erhielt Hanna Schygulla 1983 bereits den großen „Preis für die beste Darstellerin“ in Cannes.

In ihrer Autobiografie mit dem Titel „Wach auf und träume“, die die Schauspielerin zu ihrem 70. Geburtstag Ende 2013 vorgelegt hat, erzählt sie Wahl-Pariserin aus ihrer Zeit mit Fassbinder und berichtet von ihrem Leben mit drei Heimatländern: Polen, Deutschland, Frankreich. Geboren im schlesischen Kattowitz (Königshütte) flieht sie mit ihrer Mutter nach München und wächst als Wirtschaftswunderkind auf. Mit 20 trifft sie Fassbinder: „Er wird der Wichtigste für meinen Weg als Schauspielerin“. Doch die kreative Nähe endet nach fast 20 Jahren im Streit. Nach dem Zerwürfnis mit Fassbinder geht Hanna Schygulla nach Paris, wo sie schon als junge Frau die Sprache gelernt hatte. Hier lebt und arbeitet sie und entscheidet sich, die Karriere einige Jahre „links liegen“ zu lassen, als ihre betagten Eltern plötzlich Pflegefälle werden. Auch davon berichtet Hanna Schygullas Autobiografie: vom Menschen hinter der Schauspielerin.

„Hanna Schygulla –Traumprotokolle“ in der Akademie der Künste Berlin vom 1. Februar bis 30. März 2014

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