Kulturen des Wir

100 Jahre alt, aber quicklebendig: Kulturaustausch gegen Krisen, Konflikte und Krieg – das ist seit 100 Jahren das Leitmotiv des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa).

ifa - CrossCulture Workshop

Jubelnd reckt die Biennale-Gewinnerin Anne Imhof ihre Hände mit dem „Goldenen Löwen“ in die Luft. Was das mit dem ifa zu tun hat? Am spektakulärsten wird dessen kulturelle Arbeit alle zwei Jahre in Venedig sichtbar, denn das Institut koordiniert im Auftrag des Auswärtigen Amts den deutschen Länderbeitrag auf der Internationalen Kunstausstellung.

Kulturaustausch gegen Krisen, Konflikte und Krieg – das ist seit 100 Jahren das Leitmotiv des ifa.

Kulturaustausch als Friedensarbeit

Dies ist nur ein kleiner Teil des vielfältigen und international breit vernetzten Engagements. Am ifa-Standort Stuttgart laufen viele Fäden zusammen: Neben dem Kulturaustausch vermittelt das Institut Dialoge zwischen Zivilgesellschaft und staatlichen Organisationen, betreibt Demokratie-, Bildungs- und Friedensförderung und vergibt einen Forschungspreis.

Außerdem unterhält das ifa ein eigenes Forschungsprogramm zu Kultur und Außenpolitik und beherbergt einen Fundus an Informationen, der jedem offensteht: Die ifa-Bibliothek ist die weltweit einzige wissenschaftliche Spezialbibliothek zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Ihr Bestand umfasst über 430.000 Bände und 1.000 Zeitschriften.

Für ein weltweites Wir-Gefühl

In diesem Jahr feiert das ifa 100. Jahrestag. Gegründet 1917, während der Erste Weltkrieg Europa erschütterte, agiert das Institut auch 2017 in einer Zeit, in der sich Spannungen rund um den Globus entladen. „Die drängenden Fragen der Zukunft – Migration, Kriege, Klimawendel und Globalisierungsfolgen – können nicht national beantwortet werden. Es braucht dafür tragfähige multilaterale Kooperationen.“ So lautet die Botschaft des ifa im Jubiläumsjahr – verdichtet zu dem Motto „Kulturen des Wir“.

Prägende Praktika

Ein wichtiger Baustein der ifa-Arbeit ist das CrossCulture-Programm (CCP). Es ermöglicht engagierten jungen Menschen einen mehrmonatigen Berufsaufenthalt in einem anderen Land. Sie erleben Gesellschaft, Kultur und Arbeitsleben des Gastlandes und bringen diese Erfahrungen und Denkanstöße zurück in ihre Heimatländer. Der Schwerpunkt liegt auf dem Austausch zwischen Deutschland und dem islamischen Kulturkreis. Innerhalb von zwölf Jahren ist ein Netzwerk von über 500 Alumni aus 35 Ländern gewachsen.

Im Jubiläumsjahr trug die CrossCulture-Tour Früchte dieses Erfahrungsaustauschs in sieben Städte Deutschlands. Sieben CCP-Alumini haben spannende Programme auf die Beine gestellt: von einer lebendigen Bibliothek über einen Bazar der Künste bis zum Flashmob.

100 Jahre ifa – Interview mit Generalsekretär Ronald Grätz

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