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Rabbiner Elias Dray (l.) und Muslim Ufuk Erdogan moderieren gemeinsam den interreligiösen Video-Podcast ask2repect.
Rabbiner Elias Dray (l.) und Muslim Ufuk Erdogan moderieren gemeinsam den interreligiösen Video-Podcast ask2repect. © meet2respect
Interreligiöser Dialog

Zwei Religionen, eine Mission

Ein Rabbiner und ein Muslim sprechen über Religion und gesellschaftliche Konflikte. Die Berliner Initiative meet2respect zeigt, wie Verständigung gelingen kann. 

21.10.2026Wolf ZinnWolf Zinn

Die Laune könnte kaum besser sein; Elias Dray tänzelt zu einem eingängigen Beat ins Bild und sagt: „Ich bin Rabbiner, die Bereitschaft, Brücken zu bauen, ist mir unheimlich wichtig.“ Auch Ufuk Erdogan lächelt freundlich und sagt: „Ich bin praktizierender Muslim und setze mich seit Jahren für den interreligiösen Dialog ein.“ Gemeinsam moderieren die beiden den neuen Videopodcast ask2respect der mehrfach mit Preisen bedachten Berliner Initiative meet2respect. Mit ihren Gästen sprechen sie über Glauben, Vorurteile und gesellschaftliche Konflikte. In einer Folge erzählt der jüdische Rapper Ben Salomo von seinem Werdegang und seinen persönlichen Erfahrungen von Ausgrenzung und Antisemitismus. In einer anderen Folge geht es um „Halal und Koscher“ – und was jüdische und muslimische Essgewohnheiten gemeinsam haben. 

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„Wir wollen, dass Leute wirklich die Religionen kennenlernen, dass sie sehen, wie viel uns alle verbindet. Und wir wollen tief reingehen, wichtige gesellschaftliche Themen ansprechen“, erklärt Dray. Erdogan ergänzt: „Wir haben Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen eingeladen, es geht also nicht nur um Islam und Judentum.“ 

Rabbiner und Imame im Klassenzimmer 

Mit dem Podcast erschließt sich meet2respect einen neuen Dialograum. Seit 2013 setzt die Initiative vor allem auf persönliche Begegnungen. Dazu zählen gemeinsame Unterrichtsbesuche von Rabbinern und Imamen. Die Schülerinnen und Schüler können Fragen stellen, diskutieren, Gemeinsamkeiten entdecken und auch schwierige Themen ansprechen. 

Die Initiative sucht den Austausch mit Schülerinnen und Schülern.
Die Initiative sucht den Austausch mit Schülerinnen und Schülern. © meet2respect

Hinzu kommen Workshops, Fortbildungen, digitale Bildungsangebote und weitere Begegnungsprojekte. Bei „Respekt verbindet“ suchen muslimische Religionsvertreter das Gespräch mit Menschen, die wenig Kontakt zum Islam haben. Im Projekt „The Next Generation“ bildet meet2respect junge jüdische und muslimische Menschen zu Botschafterinnen und Botschaftern des Dialogs aus. Auch gemeinsame Fahrradtouren und Sportprojekte gehören zum Programm. 

Im Projekt „The Next Generation“ bildet meet2respect junge Menschen aus ganz Deutschland aus, um den jüdisch-muslimischen Dialog zu fördern.
Im Projekt „The Next Generation“ bildet meet2respect junge Menschen aus ganz Deutschland aus, um den jüdisch-muslimischen Dialog zu fördern. © meet2respect

Verständigung in schwierigen Zeiten 

Die Arbeit der Initiative ist mitunter fordernd. Seit dem Angriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Krieg im Gazastreifen haben sich die gesellschaftlichen Spannungen verschärft: Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und Extremismus von rechts wie links belasten das Zusammenleben. Besonders für jüdische Menschen ist die Bedrohung im Alltag spürbar.